Über künstliche Intelligenz; heute, morgen und übermorgen

Auf ‚Wait But Why‘ hat Tim Urban einen recht ausführlichen Text über die gegenwärtig stattfindende technologische Entwicklung geschrieben und erläutert zudem, was wir wahrscheinlich in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten zu erwarten haben. Ausgehend von den Prognosen über die exponentiell wachsende Rechenleistung von handelsüblichen Computern zur Entwicklung von den verschiedenen Arten der künstlichen Intelligenz bis hin zu den Konsequenzen, die die Erschaffung einer solchen für uns bedeutet, fasst Urban diesen Themenkomplex anschaulich zusammen.

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Für mich das bisher beste, was ich zu dem Thema gelesen habe, obwohl ich zwei Punkte habe, die ich anmerken möchte. In einem Absatz bespricht er am Beispiel von ‚Zurück in die Zukunft‘, dass die technologische Entwicklung zwischen 1985 und 2015 wesentlich größere Fortschritte gemacht hat als zwischen 1955 und 1985 und es einer Person aus der heutigen Zeit schwerer fallen würde sich in den 80ern zu Recht zu finden, als jemanden aus den 80ern in den 50ern.

The movie Back to the Future came out in 1985, and “the past” took place in 1955. In the movie, when Michael J. Fox went back to 1955, he was caught off-guard by the newness of TVs, the prices of soda, the lack of love for shrill electric guitar, and the variation in slang. It was a different world, yes—but if the movie were made today and the past took place in 1985, the movie could have had much more fun with much bigger differences. The character would be in a time before personal computers, internet, or cell phones—today’s Marty McFly, a teenager born in the late 90s, would be much more out of place in 1985 than the movie’s Marty McFly was in 1955.

Technologisch mag das richtig sein. Ich bin aber der Meinung, dass sich 1955 von 1985 in gesellschaftlicher Hinsicht wesentlich mehr voneinander unterscheiden, als 1985 von heute. Gesellschaftliche Entwicklung im Vergleich zur technologischen Entwicklung wäre dann wohl noch ein Thema für einen anderen Artikel.

Die andere Anmerkung, die ich habe bezieht sich auf die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz, die alles, was wir je intellektuell erreicht haben, innerhalb weniger Tage (Stunden?) überflügeln könnte. Ich halte es zwar für durchaus denkbar, dass eine solche Intelligenz entstehen kann, aber dass diese zwingend alles verändern müsste, ist nicht gesagt. Erst einmal ist sie sehr ortsgebunden und des weiteren fragt sich, ob eine Superintelligenz nicht erkennen würde, wie sinnlos ihre Existenz ist und sich evtl. einfach abschaltet. Es wird ja oft davon ausgegangen, dass eine künstliche Intelligenz Begehrlichkeiten oder Moralvorstellungen entwickelt, die mit den menschlichen Vorstellungen nicht unbedingt kongruent sind. Das dem so ist, muss ja erst noch bewiesen werden und ich würde es darauf ankommen lassen.

Ungefähr zeitgleich habe ich dieses Kickstarter-Projekt gesehen, wo ich mir bei jeder Sekunde des Promovideos denke, ‚Nie im Leben bekommt ihr dieses Produkt dieses Jahr verschifft!‘ und ‚Ich glaub‘ euch kein Wort!‘. Wenn man den Text von Tim Urban gelesen hat, müsste einem eigentlich klar sein, dass solche persönlichen Assistenten noch mindesten zehn Jahre weit weg sind.

Das wäre ja so, als hätten Siri und Watson ein Kind mit einem Roomba gemacht. Wenn das Teil wirklich realisierbar wäre, wären sie schon längst von Google aufgekauft worden.

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