Teatime im Savoy Hotel Köln – Erfahrungsbericht

Das Savoy Hotel Köln ist äußerlich nicht gerade eine Perle der lokalen Architektur (aber was ist das schon in dieser Stadt). Gelegen an einer Schnellstraße in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof an einer eher tristen Ecke ist es kein Vergleich zum altehrwürdigen Excelsior Hotel, welches wir vor kurzem für einen Teatime-Test aufsuchten.

Aber man soll ja nie ein Buch nach seinem Einband beurteilen, wie es so schön heißt, denn das Savoy Hotel hat mehr zu bieten, als es äußerlich den Eindruck macht.

Wie man schon der Webpräsenz des Hotels entnehmen kann, hat sich das Savoy Hotel auf Wellness- und Spa-Angebote spezialisiert und ist auch in seiner Ausstattung sehr auf einen modernen und luxuriösen Eindruck bedacht.

Bekannt war mir das Hotel schon von einigen Besuchen der dortigen exquisiten Divas Bar, daher war ich unvoreingenommen was die allgemeine Qualität des Hotels angeht. Kurz gesagt, die äußere Unscheinbarkeit des Savoy wird durch seine konsequente Umsetzung der Ansprüche an ein modernes Hotel im inneren wettgemacht. Dieses Hotel strahlt nach innen.

Kommen wir aber nun zum Hauptgrund des Besuchs. Die Teatime hatte ich tags zuvor telefonisch reserviert, wo mir die Dame am anderen Ende nach und nach meine gesamte Anschrift und Telefonnummer aus der Nase zog. Wofür sie diese Daten unbedingt benötigte, ist mir nicht bekannt. Wie dem auch sei. Am nächsten Tag wurden wir freundlich von einer Dame des Service begrüßt. Verglichen mit dem Personal im Excelsior, welches offenbar nur aus Auszubildenden bestand, hatten wir es hier mit einer kompetenten und auf sympathische Art lockeren jungen Frau zu tun, deren Freundlichkeit nicht so oberflächlich herüberkam. Dadurch war die Atmosphäre direkt entspannter und man fühlte sich gut aufgehoben.

Für die Teatime war, wie angegeben, in der Kaminlounge eingedeckt. Hinter schwarzen Fadenvorhängen und unter Ölgemälden mit Ansichten von Venedig, nahmen wir am Fendi-Coffeetable Platz, auf dem bereits die Kerzen in den Stövchen brannten.

Und siehe da! Neben Erdbeerkonfitüre und Orangenschalenmarmelade echte Clotted Cream, butterig und sahnig zugleich. Unsere Servicefachkraft erklärte uns auch, dass die Köchin in England gearbeitet hatte und auch die noch ausstehenden Scones nach Originalrezept vorbereitet hat. Somit konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Als Champagner wurde ein Glas der Marke Duval-Leroy gereicht.

Die Auswahl der Tees war mit vier Sorten Schwarztees, drei Grünteevarianten, sowie Früchtetee, drei Kräutertees und einem Rooibos angemessen. Die Karte selbst ist es nicht. Sie bestand aus nicht mehr als einem A5-Faltblatt aufs Einfachste gestaltet. Für mich als Mediengestalter war dies natürlich ein Graus, aber ich möchte betonen, dass es das Vergnügen an dieser Teatime nicht geschmälert hat. Ich würde dem Verantwortlichen im Hotel nur nahelegen, den Anspruch an ein nobles und auf angemessenes Ambiente bedachtes Haus, auch konsequent bis in die Darbietung von Speisekarten fortzuführen. Ich kann dabei auch gerne helfen.

Ich entschied mich wie immer für den Earl Grey. Der Tee wurde fertig zubereitet in der Kanne an den Tisch gebracht, mit dem Hinweis, dass er drei Minuten gezogen hat. Für den Tee standen weißer Zucker, brauner Zucker, sowie brauner Kandis zur Verfügung, dazu noch Milch und sogar frisch gepresster Zitronensaft, wenn man dies bevorzugt.

Ein weiteres wichtiges Element der Teatime konnte ebenfalls überzeugen: Die Etagere.

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Die Etagere im schon fortgeschrittenen Zustand des Sandwichverzehrs

Bei den Sandwiches gab es je drei Lachs-Frischkäse, drei Käse-Schinken, sowie drei mit einer Mousse aus Ei. Sehr frisch und lecker waren auch die Obsttörtchen auf der zweiten Ebene. Das Konfekt auf der dritten Ebene war hausgemacht, teils schmackhaft teils speziell, da geschmacklich nicht zuordenbar. Hier hätte für meinen Geschmack noch das eine oder andere ordinäre Macaron liegen können. Die Petit Fours waren etwas klein ausgefallen. Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Süßwaren eigentlich auch nur einen Abschluss darstellen. Oftmals passen sie eh kaum noch rein. Daher will ich das nicht zu sehr bewerten zumal die frischen Obsttörtchen ein schöner Bonus waren.

Dies alles verblasst sowieso gegen die fantastischen Scones (mit Rosinen), die noch ganz heiß an den Tisch gebracht wurden. Diese mit der richtig zubereiteten Clotted Cream und der Erdbeerkonfitüre zusammen waren einfach das Highlight der Teatime, so wie es sein soll. Auch hier möchte ich noch einmal mein Kompliment an die unbekannte Köchin schicken.

Fazit:

Zwei Stunden vergingen wie im Flug und im Gesamten war dies ein entspannter Genuss, den ich gerne noch einmal wiederholen möchte. Preislich lag diese Teatime mit 39,- € pro Person 5,50 € über dem des Excelsiors, war aber vom Ambiente und Darbietung weit darüber. Also voll umfänglich empfehlenswert und das Geld wert.

Ach ja: Ich weiß ja nicht, wie es auf der Damentoilette dort ist, aber ich habe noch nie eine Toilette gesehen, bei der man beim Wasserlassen in ein Salzwasser-Aquarium mit Korallen und Clownsfischen schauen kann. Selbst allein dafür hätte sich der Weg schon gelohnt.

 

3 Gedanken zu “Teatime im Savoy Hotel Köln – Erfahrungsbericht

  1. na da ist er ja , dein bericht.
    hast es wieder sehr anschaulich beschrieben und als leserin saß man fast mit dabei.
    weiter so.
    würde sich so gut als serie eignen – „der kleiner teatime-führer“.
    lg
    elke

  2. Es ist mehrmals in den Berichten über den „High Tea“ von „Makronen“ die Rede.
    Aber meinen Sie nicht (wie man auf den Bildern sieht) „MACARONES“ (französisches, mit bunter Glasur bestrichenes Kleingebäck aus zwei mit Creme zusammengehaltenen Hälften) ??
    Das ist ja doch ein Unterschied zu „Makronen“ oder habe ich die Bilder falsch interpretiert ?
    Mit freundlichen Grüssen
    Gabriele Völker

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