Teatime im Althoff Grandhotel Schloss Bensberg – Erfahrungsbericht

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Seit 13 Jahren betreibt die Althoff-Gruppe nun schon das exklusive Hotel in den geschichtsträchtigen Gemäuern des Schloss Bensberg bei Bergisch Gladbach. Ursprünglich geplant als Jagdschloss des Kurfürsten Johann Wilhelm II. und als Rückzugsmöglichkeit seiner Frau Maria-Luisa di Medici gedacht, wurde es, inspiriert von Versailles, dann doch eine Nummer größer. In den letzten 300 Jahren hat dieser Ort viel Freud und Leid gesehen und dient heute umso prächtiger als Luxusherberge und Ausrichter zahlreicher Events, wie Oldtimertreffen und dem Festival der Meisterköche.

Außerdem bietet das Hotel eine Teatime in seiner Lobbybar an und da sich ein solches Angebot in Kölner Hotels offenbar nur an zwei Stellen findet, war es eine Fahrt nach Bensberg wert. Die Lobbybar scheint auf nachmittägliches Verweilen spezialisiert zu sein. Hier bekommt der Besucher Kaffee und Kuchen, aber auch die traditionelle britische Teatime, während er dem Kommen und Gehen der Hotelgäste bei Pianoklängen zuschauen kann.

Angeboten wird die klassische Teatime (17,50 €) und die Royal Variante (25,50 €), welche sich durch das zusätzliche Glas Champagner und frisches Obst auszeichnet. Da es sich bei dem zur Royal Teatime gereichten Champagner zu unserer Freude um Ruinart Blanc handelte, fiel die Wahl nicht schwer.

Da ich reserviert hatte wurden wir an einen Tisch im Seitenbereich der Lobbybar geführt, von dem man aus sowohl Aussicht in die Bar als auch ins Foyer hatte. Die gediegene Sitzecke mit Loriot-Gedächtnis-Sofa, vielen Kissen und schwerem Teppich, sowie die gedimmten Lichtverhältnisse vermittelten einen gemütlichen Eindruck.

Die Auswahl an Tees war wie bei den beiden vorangegangenen Hotels umfangreich; einige schwarze Sorten (ca. 10 bis 12), zwei Grünteevarianten und auch weißer Tee waren zu finden. Wir hätten aber auch Kaffee oder heiße Schokolade anstelle des Tees nehmen können. Ich entschied mich (wie immer) für den ‚Splendid Earl Grey‘, welcher auch nach wenigen Minuten serviert wurde. Auch hier wurde eine Sanduhr gereicht, um die richtige Ziehzeit abzupassen. Zum Süßen waren sowohl weißer, wie brauner Kandis (gemischt), feiner Zucker, sowie eine Art größerer Hagelzucker und Süßstoff vorhanden. Die Milch für den Tee kam auf Nachfrage zügig hinterher.

Dann hatten wir ein wenig Zeit das Ambiente zu genießen, denn es dauerte etwas, bis die Etagere serviert wurde. Das lag zum einen daran, dass die Sandwiches frisch gemacht wurden und zum anderen an dem lebendigen Treiben in der Lobbybar, welches das Personal auf Trab hielt. Im Gegensatz zu den letzten beiden Teatimes waren wir ausnahmsweise mal nicht die fast einzigen Gäste und mussten uns so ein wenig gedulden.

Unser Warten wurde mit der typischen dreistöckigen Etagere belohnt, in diesem Fall kurioserweise mal von oben nach unten sortiert. So fanden sich also oben, die leicht gebräunten Sandwiches, acht an der Zahl, jeweils ein Paar mit Räucherlachs und Sahnemeerrettich, Roastbeef und Remouladensauce, gereiftem Gouda und Paprikamayonnaise und Gurke auf Dillcreme; alle sehr delikat.

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Auf der mittleren Ebene befanden sich zwei Stücke Schokoladenkuchen mit Macadamianüssen, zwei Mürbeteigtörtchen, gefüllt mit Vanillecreme und garniert mit Johannisbeeren, Blau- und Himbeeren, sowie Erdbeeren. Daneben gab es dann auch die obligaten Scones zusammen mit Clotted Cream und Orangenmarmelade in Gläsern. Ich bin ja kein Freund von der typischen Orangenmarmelade (schlechtes Kindheitserlebnis in Irland), aber diese hier war sehr lecker, schon fast eher wie ein Kompott und zusammen mit der Clotted Cream war es ein besonderer Genuss. Während ich davon ausgehe, dass die Marmelade hausgemacht war, hege ich den Verdacht, dass die Clotted Cream hingegen diese ist, die auch bei uns im Kühlschrank steht, die wir zur Sicherheit gekauft hatten, falls die eigene nichts werden sollte. Aber egal, besser als Frischkäse vorgesetzt zu bekommen, wie im Excelsior.

Wie man auf dem Foto oben sehen kann, sind die Scones sehr klein ausgefallen und ich hielt sie zuerst für eine Art Magdalena Küchlein. Von mir aus hätte man zugunsten von vier großen Scones auf den Schokokuchen verzichten können. Schmackhaft waren sie allemal.

Den Abschluss der Etagere bildete der Obstteller mit Honigmelonenwürfeln, Ananas, Weintrauben, Kiwischeiben, Erdbeeren, Himbeeren und Pfirsichscheiben und dazu noch vier Schokoladentrüffel mit verschiedenen fruchtigen Füllungen.

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Das Schlachtfeld

Das ganze wurde zum Schluss mit dem kühlen Glas Ruinart Champagner besiegelt und machte diese Erfahrung im Gesamten rund und zufriedenstellend.

Fazit:

Von den drei bisherigen Teatime-angeboten landet dieser Nachmittag auf Platz zwei, da mir die Teatime im Savoy bisher am besten gefallen hat, wobei das Ambiente in Schlosshotel Bensberg natürlich unschlagbar ist. Einen Besuch ist es auf jeden Fall wert und das nächste Mal vielleicht besser im Sommer.

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