Totalüberwachungskunst: The Agency At The End Of Civilisation

Interessante High-Tech-Kunstinstallation des Netzkünstlers Stanza. Seine Konstruktion ‚The Agency At The End Of Civilisation‚ fügt Echtzeitdaten aus dem öffentlichen britischen Kameraüberwachungsnetzwerk mit Nummernschilderkennung zusammen und ergänzt diese mit den emotionslos vorgetragenen Maschinenstimmen der angeblich Zukunftsprognosen stellenden Software, die das Schicksal der beobachteten Menschen analysiert.

We live in an ever changing real time environment in which the micro and macro events can captured using new technologies and this data can be harvested for a variety of purposes from surveillance to environmental monitoring.

The Agency At The End Of Civilisation from Stanza on Vimeo.

Der erste Familienroboter – Und Orwell rotiert im Grab

Dr. Cynthia Breazeal ist einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Robotik, insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Robotern, die zu sozialer Interaktion und darauf basierendem Lernen fähig sind. Bekannt geworden ist sie durch ihre Arbeit am MIT, wo sie seit den 90ern Roboter entwickelte, die in der Kategorie der ‚sociable machines‚, der geselligen Maschinen geführt wurden.

Nun hat sie den nächsten Schritt gewagt und begibt sich in die Wirtschaft mit ihrem neuen Produkt JIBO, ein kleines putziges Haushaltshelferlein, das uns das Leben erleichtern soll:

Tolle Idee und all die großen Tech-Magazine sind begeistert. Auch ich bin total aus dem Häuschen, bei der Vorstellung, so ein halbwegs intelligentes System mein Eigen zu nennen, denn alles an diesem Teil schreit: die Zukunft ist hier!

Nicht umsonst hat das Crowdfunding-Projekt auf indiegogo, über das Breazeal das Startkapital zusammenbringen wollte sein Ziel von 100.000 $ innerhalb von drei Tagen mit bereits über 600% übererfüllt. Und das Ende der Kampagne ist erst der 15. August.

Aber war da nicht was? Gab es da nicht ein paar beunruhigende Nachrichten im letzten Jahr, die klargestellt haben, das ALLES, wirklich ALLES von Geheimdiensten abgeschnorchelt wird, was irgendwie im Netz landet?

Mich beschäftigt die Frage, wie eine intelligente Frau wie Dr. Breazal, der ich wirklich nichts böswilliges unterstellen kann und möchte, völlig unbeleckt von der Realität der Totalüberwachung mit dieser Entwicklung dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen kann, ohne auch nur einen Moment die Tragweite zu ermessen oder auch nur vielleicht ein Problem in dieser Maschine zu sehen. Ist das eine Art amerikanischer Optimismus verbunden mit reiner Betriebsblindheit?

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In was für einer Welt leben wir, in der Menschen bereit sind sich für rund 500 $ (ein Schnäppchen für soviel High-Tech, nicht wahr?) einen NSA-Spion auch noch ins Haus zu holen, bei dem man nie sicher sein kann, ob er gerade die Gesichtserkennung aktiviert hat und unter Umständen anlasslos die Mitglieder der Familie mit den Gesichtern aus einer Extremistendatenbank abgleicht? Lauscht er mit, wenn am Esstisch politische Diskussionen geführt werden und spezifische Schlagworte fallen, die ein Familienmitglied als radikal einstufen könnten?

Ganz ehrlich, man kann sich ja schon heute nicht mehr sicher sein, wenn ein Smartphone im Zimmer liegt und jetzt also auch noch lernende Roboter, die unseren Alltag begleiten? Ich möchte die rein technologische Leistung der Gruppe um Dr. Breazal nicht schmälern und es ist legitim mit diesem Know-how auch in die Wirtschaft zu gehen und davon zu profitieren. Doch so ein Projekt zeigt auch auf verheerende Weise, wie wenig von dem Skandal der letzten Monate überhaupt in den Köpfen der Menschen angekommen ist.

Offensichtlich ist die Konditionierung der Konsumenten auf neue glänzende Produkte so perfektioniert, dass sie ihre Freiheit so bereitwillig verkaufen, wie es einst möglich war den Algonkin-Indianern für ein paar bunte Glasperlen die Insel Manhattan abzukaufen. Auch hier wird eines Tages die Geschichte über unsere Ära urteilen und ich denke das Urteil wird ungünstig ausfallen.

 

Kein Google Glass in Europa – Vorboten eines Wandels

Wie auf googlewatchblog berichtet, werden wir in Europa wohl noch lange keinen Zugang zu Googles next big thing haben. Da die Datenschutzrichtlinien auf unserem Kontinent wesentlich strikter sind und dazu noch von Land zu Land verschieden, steht eine Zulassung für den europäischen Markt noch in den Sternen, während die Brille in den USA ab 2014 im Handel sein wird.

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Konzept für Überwachungs-Crowdsourcing

Der Geek-Comedian Tom Scott präsentiert in diesem Video, wie Überwachung der Bevölkerung durch die Bevölkerung zur Sicherheit aller funktionieren kann. Wäre ja auch schön bequem für die Geheimdienste die Arbeit auszulagern. Genug denunziantisches Potenzial existiert nach wie vor in der Bevölkerung, so dass dies durchaus funktionieren könnte.

Linktipps am 29.07.2013

Ich habe schon lange keine gesammelten Linktipps gemacht, aber es hat sich einiges an Fundstücken angesammelt, die ich nicht unbedingt einzeln abfertigen muss. Es geht los mit…

Technik

TechCrunch hat einen Artikel, über der ersten konversationsbefähigten Teddybär, dersozusagen Siri inside hat.

Irgendwie creepy, besonders angesichts des Bewusstseins, dass die NSA mit solchen Plüschagenten bis in die Kinderzimmer mithören kann. auf jeden Fall ist dieser Teddy sozusagen die Vorstufe für den aus A.I.

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Adam Harvey – Vordenker des Stils in Zeiten der Totalüberwachung

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Auf Spreeblick entdeckt: Der Künstler Adam Harvey, der sich in seinen Projekten mit der Manipulation der Überwachungsmaschinerie auseinandersetzt. Dabei steht der Mensch selber als Werkzeug zur Manipulation im Mittelpunkt dieser Arbeiten. Sei es, ob mit Freunden DNS ausgetauscht wird, um falsche Fährten zu legen oder auch abschirmende Smartphonetaschen zu entwickeln. Am interessantesten aber ist wohl das Projekt, die Gesichtserkennungssoftware von Überwachungskameras auszutricksen, indem man die Frisur, das Makup und andere Erkennungsmerkmale verfälscht. Ich könnte mir vorstellen, dass das wirklich ein Trend wird. Was meine Erfahrungen mit Gesichtserkennung bei meiner Smartphonekamera angeht, reicht aber normalerweise auch einfach eine große Sonnenbrille.