New York nachgebaut in Cities Skylines

Nun… ich habe das Spiel ja auch schon seit fast zwei Jahren und ich bin auch immer ganz zufrieden mit meinen kleinen europäischen Städtchen, die ich so baue (siehe hier). Hauptsache der Verkehr verstopft nicht die Straßen zu sehr.

Aber eine solche Hingabe ans Detail die nofuckeither (so sein Name auf reddit) an den Tag legt und die Ausdauer, das Ergebnis dann noch in dramaturgisch vernünftiger Art zu dokumentieren (mal abgesehen von dem schrecklichen EDM-Sound) verschlägt mir die Sprache. Dann auch noch diese crispy Grafik, die meine Grafikkarte schon beim Anschauen schmilzen lässt. Ich hoffe diese Person hat auch noch ein anderes Leben, als nur diese Simulation zu perfektionieren. Generell aber verdammt großartige Arbeit.

Cities: Skylines – Impressionen meiner ersten Stadt

Nein, das wird kein Game Review, für sowas gibt es professionelle Blogger und das Wichtigste dazu könnt ihr auf Metacritic nachlesen. Nachdem ich ja schon meine Enttäuschungen (und die der meisten anderen) zu SimCity kundtat (hier und hier), gab es ja erstmal eine längere Durststrecke ohne Hoffnung auf eine neue, anständige Städtebausimulation.

Dann kam letztes Jahr auf einmal das finnische Entwicklerstudio Paradox Interactive um die Ecke und hörte von Anfang an auf die Fanbasis, und baute einfach ein funktionierendes, für Modding offenes Spiel, welches seit seinem Release im März dieses Jahres für viel Begeisterung sorgt und bisher sehr erfolgreich läuft und weiterentwickelt wird, sowohl von den Entwicklern, wie den Spielern.

Ein halbes Jahr habe ich die Entwicklung aufgrund technischer Unzulänglichkeiten nur über die mittlerweile fast 100.000 Mitglieder starke Cities: Skyline-Community auf reddit mitverfolgt. Mittlerweile habe ich nachgerüstet und bin seit ein paar Wochen in der Lage das Spiel selber auszuprobieren.

Nach zwei Stadtversuchen, die ich sozusagen nur zum Verständnis des Spiels angefangen, aber nicht weiterverfolgt hatte, habe ich nun die erste richtige Stadt. Mittlerweile hat diese 60.000 Einwohner, aber Verkehrs- und Gesundheitsprobleme für 600.000. Aber ich werde noch dahinter kommen, wie ich was dagegen unternehmen kann.

Wie auch immer möchte ich einfach ein paar Bilder aus dem Spiel teilen, denn was ich sehr gerne mache, ist durch die Stadt zu streunen (gerne in der Nacht) und Screenshots zu machen. Daher hier ein paar Eindrücke meiner ersten funktionierenden Stadt Carlsberg:

Kölner Hochhausring – Der Bau des Todessterns wäre realistischer

Wer aus Köln kommt und die Schlagzeilen der einschlägigen sog. Lokal-Presse verfolgte, kam nicht umhin zu lesen, dass ein junger Architekt namens Martin Bachem vorschlägt einen Hochhausring um die Innenstadt von Köln zu ziehen, um der zunehmenden Wohnungsnot Herr zu werden. Mit diesem bemerkenswerten Vorhaben erhofft er sich Wohnraum für 80.000 bis 100.000 Menschen zu schaffen. Seiner Meinung nach versäumt es Köln eine umfassende stadtplanerische Vision zu entwickeln, die den zukünftigen Ansprüchen gerecht wird. Als vorzeigbares Beispiel zieht er unsere Hauptstadt heran und sagt:

Berlin sendet ein Bild einer pulsierenden, sich verändernden Metropole in alle Welt und hat ein entsprechendes Image.

Eine in mehrererlei Hinsicht problematische Aussage, aber dazu später.

Grundsätzlich finde ich es gut, dass mal jemand provokant über Stadtplanung in Köln nachdenkt, da dieses Thema, welches mir auch sehr am Herzen liegt, in den letzten 70 Jahren in dieser Stadt offensichtlich kein Thema war.

Ich hoffe für ihn, dass der Ansatz, den er mit dem Projekt ‚Stadtplastik‚ verfolgt, wirklich nur Provokation ist, um diese Debatte in Schwung zu bringen, denn manchmal muss man wohl was lauter werden, wenn man was erreichen will.

Mir gefällt sogar der präsentierte Ansatz des neuen Deutzer Bahnhofs, da der alte ein dreckiger Witz ist, den nicht mal ein frischer Anstrich retten könnte. Aber der gesamte Rest dieses Projektes (insofern er das ernst meint) ist in den Dimensionen absoluter Blödsinn, und ich finde es irritierend und nicht nachvollziehbar, dass ein Architekt, mit genügend Hintergrundwissen und Erfahrung dermaßen unsensible, naive und rückwärtsgewandte Konzepte entwickelt, die völlig die lokalen Gegebenheiten außer acht lassen, als ob es sich um eine Runde SimCity drehen würde, nur in größer.

Eines seiner Argumente, für diese Wohnraumkonzentration in innerstädtische Hochhäuser ist die durch Zersiedlung zunehmende Zerstörung von Agrar- und Nutzflächen um Köln. Durchaus ein ernstzunehmendes Problem, dass man aber nicht durch die Zerstörung von gewachsenen Stadtteilen und der daraus resultierenden Vernichtung des sozialen Mikroklimas lösen sollte. Weiterlesen

3D-Druck oder Papier – Modellstädte selber basteln

Zwei Beispiele für spielerischen Miniaturstädtebau außerhalb einer Computersimulation.

Die Firma ittyblox vertreibt Miniaturen von typischen amerikanisch-urbanen Häuserblocks im Maßstab 1:1000, die man sich bei shapeways, dem 3D-Druck Onlineshop als Modell bestellen kann. Die Preisspanne, für diese Modelle, die sich in einem extra Rasterboden-Element zusammenstecken lassen liegt zwischen 8,- und 98,- €.

ParkHandPinterest

(via Citylab)


Wesentlich günstiger (4,50 €), wenn auch etwas monothematischer und mit einem anderen künstlerischen Anspruch kommen die Plattenbau und Betonbrutalismus-Bastelbögen von Zupagrafika. Da ist für wenig Geld schnell eine triste Londoner Vorstadt oder eine polnische Plattenbausiedlung zusammengestellt.

brutallondon

(via klonblog)

BLOCK: Aufbausimulation als Lernspiel

Ein ganzes interdisziplinäres Paket aus Spielen und Lernen kommt in der Aufbausimulation BLOCK des kalifornischen Architekten, Programmierer und Spieledesigners Jose Sanchez zusammen. In seinem Simulationsspiel geht es hauptsächlich darum, die Interaktion zwischen verschiedenen Interessensgruppen im urbanen Raum mit den vorhandenen Ressourcen (z.B. Geld, Müll, soziales Kapital etc.) zu koordinieren.

Das Open-Source-Spiel soll vor allem dazu verhelfen ein Bewusstsein für die Zusammenhänge in der Stadtplanung auch einer breiteren Menge näher zu bringen und somit auch die analytischen Fähigkeiten zu stärken, die benötigt werden, um in einer städtischen Gemeinschaft das Leben zu organisieren. Nicht umsonst ist BLOCK in die LA2050-Challenge involviert; eine Initiative, die die Menschen von Los Angeles dazu aufruft sich aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt zu beteiligen.

Wer mehr über das Spiel erfahren möchte, kann sich noch unten verlinktes Tutorial anschauen.

(via ArchDaily)

BLOCK video tutorial from jomasan on Vimeo.

Prozedural generierte Architektur

Das Architektur- und Urbanismusblog BLDGBLOG hat interessante Arbeiten eines Twitternutzers namens Cedric aufgetan, der sich als Spieleentwickler u.a. mit der prozeduralen Generierung von Gebäuden beschäftigt, wie es für Städtebausimulationen interessant werden könnte.

proceduralfacades

proceduralcroydon

Offensichtlich ist dieser Cedric ziemlich in dem Städtebausimulations-Thema entsprechend eines seiner Tweets, in dem es um automatisch generierte Straßennetze geht.

(via BLDGBLOG)

Megalomania – London als Bauruine

Interessante 3D-Animationssarbeit von Jonathan Gales von Factory Fifteen, die ich als einen kleinen dystopischen Seitenhieb auf den derzeitigen Bauboom in London verstehe.

Megalomania by Jonathan Gales from Dezeen on Vimeo.

Citybound – Neue Städtebausimulation weckt Hoffnungen

Nachdem SimCity ja so grandios verkackt und Frustration über die neue Version bei den Fans des Genres nach sich gezogen hat, gibt es nun Hoffnung, dass ein neues Projekt aus Deutschland, genauer München, den Simulations-Liebhabern das Spiel liefert, dass sie so lange ersehnt haben.

Die zur Zeit in Entwicklung befindliche Simulation mit dem Namen Citybound von Anselm Eickhoff setzt neu an, um bereits bekannte Features mit neuen Optionen zu kombinieren und den Aufbau einer Stadt so individuell möglich zu machen, wie der Spieler es wünscht. Ermöglicht wird dies auch durch eine extrem offene Architektur des Spiels, die von Anfang an Modding unterstützt, kein DRM anwendet und nahezu Open Source vorliegen wird. Weiterlesen

Niederländische Gebäude nach Alter farbcodiert

Vor kurzem wurde das Alter von Brooklyns Bebauung anhand von farbigen Markierungen kartografiert. Unsere Nachbarn haben das mal eben getoppt und den gesamten Hausbestand der Niederlande (fast 10.000.000 Gebäude) nach Alter katalogisiert und diese mit einem elfteiligen Farbschema, dass den Zeitraum von 1800 bis heute erfasst, gekennzeichnet. Das Ergebnis kann man sich hier anschauen.

nl_bebauung

Alte und neue Karten überlagert

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Das Smithsonian hat historische Karten der bekanntesten US-amerikanischen Städte herausgesucht und diese mit modernen Satellitenaufnahmen überlagert. Mittels eines lupenartigen Werkzeugs, welches man über die Karten bewegen kann, bekommt man einen vergleichenden Einblick in die Veränderungen der Stadtlandschaft. Die Ansicht der beiden lässt sich zudem auch auswechseln.

via Gizmodo