Dieser Koffer folgt einem auf Schritt und Tritt

Das dritte Clarkesche Axiom besagt, dass jede hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie nicht zu unterscheiden ist. Daher bedarf es in den Zeiten der digitalen Revolution auch keines magischen intelligenten Birnbaumholzes, um einen Koffer zu erschaffen, der seinem Besitzer ständig folgt. Ob diese recht schmucklose rollende Kiste auch so fiese, zum Ableben führende Tricks für Diebe parat hat wie die Truhe aus den Pratchett-Romanen, bleibt erstmal offen.

(via Laughing Squid)

Ich will einen Laundroid – Nie wieder Wäsche falten!

Die japanische Innovationsschmiede sevendreamers hat ein Kombigerät entwickelt, dass die Wäsche wäscht, trocknet und FALTET! Offenbar durch Bildanalyse erkennt der Laundroid das Kleidungsstück selbstständig und legt es besser zusammen, als ich es manchmal hinbekomme.

Wenn das nicht mal der sinnvollste Einsatz von künstlicher Intelligenz für die Heimanwendung ist, dann weiß ich auch nicht. Das Gerät steht aber sowas von auf meiner Wunschliste. Jetzt benötige ich bis 2017 nur noch die richtige Räumlichkeit für den Laundroid. Bis dahin bleibt die gewaschene aber zusammengeknüllte Wäsche im Korb. Zwei Jahre mehr oder weniger macht da auch nichts mehr aus.

(via Engadget)

Linktipps KW 13/15

Ich hab wieder mal ein paar Wochen ausgelassen, aber heute haue ich mal alles raus, was sich an interessantem Material in letzter Zeit angesammelt hat.

Technik

Heute u.a. mit ein paar Neuigkeiten zum Thema 3D-Druck, die zeigen, wo die Reise bei der Entwicklung nun konkret hingeht.

Die wohl wichtigste Entwicklung stellte Joseph DeSimone von Carbon 3D bei unten eingefügten TED-Talk vor. Ein 3D-Drucker, der mit Licht flüssiges Resin von unten belichtet und somit aushärtet. Mit diesem Verfahren ist die Erstellung von gedruckten Objekten 25 bis 100 Mal schneller als bisher zu realisieren. Wem der Talk zu lang ist, kann hier die Funktionsweise des Druckers begutachten.

Auch andere arbeiten an einem solchen Verfahren, wie zum Beispiel eine australische Firma mit dem Gizmo 3D Printer, die laut Engadget ab September über Kickstarter Startkapital für die Realisierung des Druckers sammeln wird.

Die Fertigung kompletter funktionierender Maschinen zeichnet sich auch allmählich ab, wie zum Beispiel heise und Trends der Zukunft berichten. Welche Auswirkungen dies langfristig auf die traditionelle industrielle Fertigung von Bauteilen haben wird, ist kaum abzusehen. Hoffentlich werden Industriezweige wie der Maschinenbau nicht die Zeichen der Zeit verschlafen, ansonsten ergeht es ihnen wie der Musik- und Filmindustrie.

Wenn sich 3D-Druck mit integrierter Technik noch mit kolaborativer Robotik kombiniert, kann man wahrscheinlich von einem Gamechanger sprechen. New Scientist berichtete diese Woche über genau so eine Entwicklung der deutschen Firma Festo, die 3D-gedruckte Ameisenroboter ihre Zusammenarbeit üben lässt.


Design

Wer seine Wohnung oder Laden gerne mit diesen Hipsterfunzeln versieht (die mit den langen Glühfäden), aber andererseits dann doch noch sein Umweltgewissen über den Style stellt, für den gibt es jetzt von Buster + Punch wenn schon nicht eine Lösung des Problems, so zumindest einen LED-Kompromiss.

busterpunchbulb


Architektur

Ein schön illustriertes/animiertes Video über Buckminster Fuller mit Original-Tonaufnahmen aus Interviews mit ihm.

Buckminster Fuller on The Geodesic Life | The Experimenters | Blank on Blank from Quoted Studios on Vimeo.

(via Boing Boing)


Humor

Die Doppelnamen-Parade der Woche stammt von einer Verlautbarung aus Hannover, die es sogar zu einer Vertonung/Verfilmung gebracht hat.

(via Blogrebellen)

Similo – Ein Science-Fiction-Beziehungsdrama

‚Similo‘ erzählt die Geschichte einer, sagen wir mal, komplizierten Beziehung in einem extrem elaborierten SF-Setting. Für meinen Geschmack ein wenig zuviel unschönes Product Placement, dass die dargeboten Vision des Lebens im Jahr 2069 in der eisfreien Antarktik stört, aber sowas will ja auch finanziert werden. Auf der Black-Milk-Seite gibt es auch noch Einblicke in das Designkonzept.

Auf jeden Fall schön gemachter SF-Kurzfilm der Spanier Miguel de Olaso und Bruno Zacarías, die mit ihrer Filmproduktionsfirma Black Milk mittlerweile in L.A. ansässig sind.

SIMILO. english subtitles. from Macgregor on Vimeo.

(via Short of the Week)

Die Zukunft der Arbeit

‚Humans Need Not Apply‘ von CGP Grey erläutert in 15 Minuten, die vor uns liegenden Herausforderungen in der Arbeitswelt durch zunehmende Automatisierung und Durchdringung vieler Arbeitsfelder durch Computer und Roboter. Dass diese Entwicklung das Verständnis von menschlicher Arbeit und ihrer Zukunftsfähigkeit in Frage stellt, scheint offensichtlich; welche gesellschaftlichen Konsequenzen daraus gezogen werden müssen, lässt das Video bewusst außen vor, da es nur die Ausgangssituation beschreibt. Dennoch werden wir uns mit einem Szenario auseinandersetzen müssen, in dem ein Großteil der Menschen nicht mehr einer (Erwerbs-)Arbeit nachgehen wird, denn die lächerliche Idee der Vollbeschäftigung ist nun mal ein Hirngespinst aus dem letzten Jahrhundert. Schlussendlich wird man sich wohl mit Ideen wie dem bedingungslosen Grundeinkommen oder negativer Einkommensteuer und der Besteuerung von automatisierten Prozessen auseinandersetzen müssen. Es wird nämlich verdammt eng für Menschen, insbesondere für Geringqualifizierte, wenn selbst das Burgerbraten von Robotern übernommen wird.

Der erste Familienroboter – Und Orwell rotiert im Grab

Dr. Cynthia Breazeal ist einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Robotik, insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Robotern, die zu sozialer Interaktion und darauf basierendem Lernen fähig sind. Bekannt geworden ist sie durch ihre Arbeit am MIT, wo sie seit den 90ern Roboter entwickelte, die in der Kategorie der ‚sociable machines‚, der geselligen Maschinen geführt wurden.

Nun hat sie den nächsten Schritt gewagt und begibt sich in die Wirtschaft mit ihrem neuen Produkt JIBO, ein kleines putziges Haushaltshelferlein, das uns das Leben erleichtern soll:

Tolle Idee und all die großen Tech-Magazine sind begeistert. Auch ich bin total aus dem Häuschen, bei der Vorstellung, so ein halbwegs intelligentes System mein Eigen zu nennen, denn alles an diesem Teil schreit: die Zukunft ist hier!

Nicht umsonst hat das Crowdfunding-Projekt auf indiegogo, über das Breazeal das Startkapital zusammenbringen wollte sein Ziel von 100.000 $ innerhalb von drei Tagen mit bereits über 600% übererfüllt. Und das Ende der Kampagne ist erst der 15. August.

Aber war da nicht was? Gab es da nicht ein paar beunruhigende Nachrichten im letzten Jahr, die klargestellt haben, das ALLES, wirklich ALLES von Geheimdiensten abgeschnorchelt wird, was irgendwie im Netz landet?

Mich beschäftigt die Frage, wie eine intelligente Frau wie Dr. Breazal, der ich wirklich nichts böswilliges unterstellen kann und möchte, völlig unbeleckt von der Realität der Totalüberwachung mit dieser Entwicklung dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen kann, ohne auch nur einen Moment die Tragweite zu ermessen oder auch nur vielleicht ein Problem in dieser Maschine zu sehen. Ist das eine Art amerikanischer Optimismus verbunden mit reiner Betriebsblindheit?

jibo02

In was für einer Welt leben wir, in der Menschen bereit sind sich für rund 500 $ (ein Schnäppchen für soviel High-Tech, nicht wahr?) einen NSA-Spion auch noch ins Haus zu holen, bei dem man nie sicher sein kann, ob er gerade die Gesichtserkennung aktiviert hat und unter Umständen anlasslos die Mitglieder der Familie mit den Gesichtern aus einer Extremistendatenbank abgleicht? Lauscht er mit, wenn am Esstisch politische Diskussionen geführt werden und spezifische Schlagworte fallen, die ein Familienmitglied als radikal einstufen könnten?

Ganz ehrlich, man kann sich ja schon heute nicht mehr sicher sein, wenn ein Smartphone im Zimmer liegt und jetzt also auch noch lernende Roboter, die unseren Alltag begleiten? Ich möchte die rein technologische Leistung der Gruppe um Dr. Breazal nicht schmälern und es ist legitim mit diesem Know-how auch in die Wirtschaft zu gehen und davon zu profitieren. Doch so ein Projekt zeigt auch auf verheerende Weise, wie wenig von dem Skandal der letzten Monate überhaupt in den Köpfen der Menschen angekommen ist.

Offensichtlich ist die Konditionierung der Konsumenten auf neue glänzende Produkte so perfektioniert, dass sie ihre Freiheit so bereitwillig verkaufen, wie es einst möglich war den Algonkin-Indianern für ein paar bunte Glasperlen die Insel Manhattan abzukaufen. Auch hier wird eines Tages die Geschichte über unsere Ära urteilen und ich denke das Urteil wird ungünstig ausfallen.

 

Für einen guten Start ins Wochenende

Zumindest, wenn diese Idee auf kickstarter erfolgreich finanziert wird.

(via neuerdings)