Layouts erstellen wie vor 30(+) Jahren

Es gab mal Zeiten, in denen man als Grafiker ohne Photoshop, Illustrator und InDesign auskommen musste, als Grafikdesign und Layouten noch ein echtes Handwerk mit Linealen, Skalpellen, Letraset-Bögen und Tintenflecken an den Händen war.

Es muss eine langsamere Zeit gewesen sein, in der die Ansprüche an grafischen Umsetzungen andere waren als heute. Ob es bessere Zeiten waren? Ich könnte es mir auf jeden Fall nicht vorstellen so zu arbeiten, obwohl ich glaube, dass dem Grafikdesigner damals mehr Respekt für seine Arbeit entgegengebracht wurde, als dass das heute der Fall ist, wo theoretisch jeder die Werkzeuge zur Verfügung hat und glaubt alles auch selber machen zu können.

Andererseits sollte man, jedesmal, wenn man über die Kundenentscheidungen jammern möchte, bedenken, dass wir heute alles in minutenschnelle alleine realisieren können, wofür früher fünf Leute einen ganzen Tag gebraucht hätten. Es könnte also schlimmer sein.

In folgendem Video wird einmal anschaulich gezeigt und erklärt, was für eine Arbeit in einer ganzseitigen Anzeige früher steckte.

Illustration – Außenbasis 12

Ja so langsam komme ich in Stimmung Handgezeichnetes mit Photoshop zu verbinden und zu schauen, was dabei herauskommt.

aussenbasis12

 

Happy Birthday, Photoshop!

Knackige 25 Jahre hat das Standard-Bildbearbeitungsprogramm nun auf dem Puckel. Meine erste Version war Photoshop 5.5, das muss um die Jahrtausendwende gewesen sein und das sah dann so aus:

photoshop_5

Im Grunde war schon alles Wichtige vorhanden aber es dauerte ein bisschen, bis ich mich mit dem Programm angefreundet hatte (Illustrator war schon immer meine größere Liebe). Spätestens in meiner Mediengestalter-Ausbildung begann ich die Vorzüge von Retusche, Maskenebenen und den vielen anderen magischen Funktionen zu schätzen. Eine meine ersten Arbeiten war die Oberfläche eines Konzeptautos von Wolkenspiegelungen zu befreien. Das war aufwändig, aber machbar. Mit den analogen Mitteln der prädigitalen Zeit wäre es ein wahrscheinlich fast unlösbares Problem.

Nach nun 25 Jahren Photoshop scheint nichts mehr unmöglich zu sein, was Bildmanipulation angeht. Den Impact dieser Anwendung auf unserer Kultur und Medien kann man gar nicht zu hoch einschätzen. Dieses Programm hat maßgeblich die gegenwärtigen Schönheitsideale mit beeinflusst und ist ein immer gerne herangezogenes Werkzeug, wenn es um Propaganda im Kampf von Ideologien geht.

Es wird sich zeigen, ob diesem anscheinend übermächtigen Programm weitere 25 Jahre vergönnt sind; die lange nicht vorhandene Konkurrenz aus Alternativprogrammen steht mittlerweile in den Startlöchern.

So lange zehren wir also weiter von der Expertise aus dem Hause Adobe und retuschieren, korrigieren, manipulieren fröhlich unsere Covergirls, Landschaftsaufnahmen und Productshots für die Discounterware.

Affinity Photo als Ersatz für Photoshop

Serif überraschte schon vor ein paar Monaten mit der Illustrator-Alternative Affinity Designer, welche einige interessante Features zum kleinen Preis zu bieten hat.

Nun kommt das nächste Programm, welches möglicherweise gelungene Konkurrenz zu Photoshop darstellen könnte. Affinity Photos Funktionen sind zum großen Teil aus dem Standard Bildbearbeitungsprogramm von Adobe bekannt. So fern man das anhand dieses Promovideos beurteilen kann, sind einige der Werkzeuge aber wesentlich einfacher anzuwenden. Ebenfalls interessant sieht die ‚Zeitleiste‘ aus vergleichbar dem Protokollmenü bei Photoshop, auf der man innerhalb der Arbeit an verschiedene Punkte gehen kann.

Affinity Photo Beta Has Landed from MacAffinity on Vimeo.

Die Affinity-Programme sind hauptsächlich für die Mac-User interessant, da nur auf dieser Plattform existent. Da die Beta-Version von Affinity Photo gratis ist, sollte man da mal reinschauen. Adobe kann ein bisschen Konkurrenz gut gebrauchen.

(via Gizmodo)

Auswahl entfernen – Bekannte Kunstwerke um essentielle Teile beraubt

Nur mit der Erinnerung an die Originale sind diese Bilder komplett zu betrachten, denn wie die dünne gestrichelte Auswahllinie andeutet, wurde hier was wichtiges entfernt. Leider ist Photoshop aber noch nicht ganz so weit, wie hier gezeigt, die Auswahlfläche derart gut inhaltsbasiert zu füllen. Trotzdem interessantes Projekt des Digitalkünstlers Michael Guppy, dessen Seite jetzt nicht viel hergibt. Seine animierten gifs waren eine Antwort auf Mike Ruiz‘ Mona-Lisa-Manipulation namens ‚Replaced‚, wo man sehen kann, was passiert, wenn man wirklich Photoshops inhaltsbasiertes Füllen benutzt.

scream-edited-again

edited-famous-apple-painting edited-mona-lisa-painting

(via Web Urbanist)

Retusche nach verschiedenen Schönheitsidealen

original_esther-honig

Freigegeben zur Retusche: Esther Honig

Die Journalistin Esther Honig hat das oben gezeigte unbearbeitete Portrait von sich in die Welt geschickt und Photoshop-Anwender (Profis wie Amateure) gebeten ihr Bild des jeweiligen vorherrschenden Schönheitsideal anzupassen. Dabei herausgekommen ist eine Galerie mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen, die das allgemeine, wie individuell wahrgenommene Schönheitsideal der jeweiligen Region repräsentiert. Die besten und/oder natürlichsten sind meines Erachtens diese:

Seltsam hingegen sind unter anderem diese Retuschen:

(via boredpanda)

Street Ereaser – Photoshop-Radierer im öffentlichen Raum

Das Street Ereaser Projekt, wurde von Tayfun Sarier und Guus ter Beek ins Leben gerufen. Auf Klebefolie drucken sie das charakteristische Schachbrettmuster des Photoshophintergrundes aus und überkleben damit Plakate, Graffiti, Verkehrsschilder u.ä., und setzen die visuellen Eindrücke im öffentlichen Raum so in einen neuen Kontext.

Eraser-Plakat Eraser-schild

Alles nur Fassade…

fassaden

…, zumindest war dies die Idee des französischen Fotografen Zacharie Gaudrillot-Roy, der gewöhnliche Straßenzüge fotografierte und dann an den Gebäuden alles außer den Häuserfronten entfernte. Dadurch entstand eine bizarre Welt, die einem Filmstudio ähnelt. Seine Philosophie dahinter:

The façade is the first thing we see, it’s the surface of a building. It can be impressive, superficial or safe. Just like during a wandering through a foreign city, I walk through the streets with these questions: what will happen if we stick to that first vision? If the daily life of “The Other” was only a scenery? This series thus offers a vision of an unknown world that would only be a picture, without intimate space, with looks as the only refuge.

Mehr davon gibt es auch bei Neatorama, Colossal zu sehen.

Shortcut-Keyboard als Kickstarter-Projekt

Na, das ist doch mal was für mich als Shortcut-Legastheniker. Sorin Neica und sein Team wollen die Entwicklung eines Keyboard über Kickstarter finanzieren, mit dem alle Shortcuts für Photoshop, Illustrator u.ä. überflüssig werden, da jede einzelne Funktion als Button vorliegt.

Shortcut-S

Wenn man sich daran gewöhnt, kann man anscheinend wesentlich schneller arbeiten, wie in diesem Video gezeigt.

Da kann man nur hoffen, dass da draußen noch mehr Leute sind, die Shortcuts als unnötiges Übel ansehen und dieses Projekt mit unterstützen.

http://www.shortcut-s.eu/

Boggie – Nouveau Parfum, Live-Retusche im Musikvideo

Mit diesem Musikvideo gibt die ungarische Sängerin Boggie ein starkes Statement gegen den Fashion- und Beautywahn in den Medien ab und hat gleichzeitig auch noch ein sehr schönes und eingängiges Lied gemacht. Während sie einen Text über die Manipulation durch die Labels der Modewelt trällert wird ihr Erscheinungsbild in einer Photoshop-ähnlichen Umgebung den gängigen Idealen von Symmetrie und Hautfarbe angepasst.

BOGGIE – NOUVEAU PARFUM (official music video) from THE SOUP on Vimeo.

Ich hatte nach den Lyrics gesucht, aber die, die ich gefunden habe, waren nur zu zwei Dritteln übereinstimmend zum Video. Ich hab mir die Mühe gemacht das zu übersetzen und entsprechend auch die dritte Strophe korrekt hinzuzufügen. Die Text lautet wie folgt: Weiterlesen