In Better News… – Linktipps

Angesichts der zunehmend bekloppten Weltlage habe ich mich entschieden wenigstens hier im Blog in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen unter dem Titel „In Better News…“ Links zu posten, die mir durch ihre positiven Headlines aufgefallen sind. Ich möchte damit gerne ein Gegengewicht zu den ansonsten deprimierenden bis apokalyptischen Nachrichten setzen, die einem jeden Tag um die Ohren gepfeffert werden. Denn wenn man mal genauer hinschaut, gibt es viele Entwicklungen, die auf eine fantastische Zukunft hoffen lassen.

Daher werde ich in nächster Zeit verstärkt Ausschau nach Meldungen halten, in denen von wichtigen wissenschaftlichen Durchbrüchen erzählt wird, oder von besonderem gesellschaftlichen Engagement und von interessanten technologischen Veränderungen, die unser aller Leben positiv verändern werden.

Hier also die ersten Links der letzen Wochen:

Scientists Can Change CO2 to Ethanol Using This Simple, Cheap Solution

Studie: Spezielle Pflanzenblätter reduzieren den Methanausstoß von Kühen

Malaria drug successfully treats 26-year-old brain cancer patient.

End of fillings in sight as scientists find Alzheimer’s drug makes teeth grow back

Scientists make plastic from pine trees

Indiens Hauptstadt Neu Delhi verbannt Einweg-Plastik aus der Stadt

China orders a halt to over 100 coal-fired power plants


„Little Homes“ Kölner baut DIY-Hütten

Bangkok will hold its first gay pride parade in 11 years

How many jobs has the legal cannabis market created?

Hustenreiz und Teufels Beitrag

Seit über einer Woche hab ich et am Hals. Am Donnerstag vor acht Tagen fing es an, dass ich nach einem längeren Gespräch auf der Arbeit heiser wurde und seit dem hat es sich zu einem Reizhusten entwickelt.

Da ich heute Morgen dank des Bahnstreiks sowieso noch Zeit am Kölner Hauptbahnhof hatte bin ich in die dort ansässige Apotheke und sagte zu der Fachangestellten, ich bräuchte ein Mittel, welches effektiv gegen Hustenreiz wirken würde. Sie gab mir Husten-Pastillen von Wick, von denen man ungewöhnlicherweise immer direkt zwei nehmen sollte. Schon im Hinausgehen war ich dabei die erste von den bonbongroßen, bittersüßen Pastillen zu lutschen. Die Hauptwirkung war erstmal, dass meine Zunge taub wurde, aber der Hustenreiz legte sich tatsächlich.

Später auf der Arbeit hatte ich zwischendurch mal Zeit auf Wikipedia nach dem Wirkstoff zu suchen, welcher auf der Packung angegeben war: Dextromethorphan.

640px-Dextromethorphan_skeletal

Zu meinem Erstaunen wurde mein Hals anscheinend durch eine Entwicklung des militärisch-industriellen Komplexes aus dem kalten Krieg besänftigt:

Dextromethorphan war einer von drei Stoffen, die in von der CIA und US Navy finanzierten Forschung entdeckt wurde, der sich als nicht abhängigkeitserzeugendes Hustenmedikament zum Ersatz von Codein und Dihydrocodein eignete. Das Patent für Dextromethorphan wurde 1954 angemeldet; im September desselben Jahres erkannte die FDA (Food and Drug Administration) es als Antitussivum an.

Immerhin nicht abhängigkeitserzeugend, aber wie vertrauenswürdig ist ein Wirkstoff an dem ein Geheimdienst (der Geheimdienst) mitgearbeitet hat?

Die weiteren Informationen zu dem Zeug sind auch nicht wirklich beruhigend, denn es handelt sich bei Dextromethorphan nicht nur um ein Antitussivum, sondern anscheinend um ein ganz tolles, zentral auf das Nervensystem, also neurologisch wirkendes Mittel:

Darüber hinaus zeigt es Wirksamkeit bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen und ist in der Europäischen Union und den USA in fixer Verbindung mit Chinidin rezeptpflichtig zugelassen zur Behandlung von Störungen der Gefühlsregulation (pseudobulbäre Affektstörung) im Rahmen schwerer neurologischer Erkrankungen. Die pseudobulbäre Affektstörung (PBA) ist eine neurologische Erkrankung, die durch Episoden von unfreiwilligem und unkontrollierbarem Lachen oder Weinen gekennzeichnet ist, die dem emotionalen Zustand des Patienten nicht entsprechen.

Und das wird gegen Hustenreiz verkauft? So ein bisschen hat es ja geholfen, aber ob die Wirkung gegen meinen Hustenreiz jetzt effizienter war, als die Salbeibonbons meiner neuen Kollegin, kann ich jetzt so nicht bestätigen.

Noch schöner sind im Übrigen die Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen treten unter Dextromethorphan in geringer Dosierung relativ selten auf. Bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung (je nach Quelle 1 %-10 %) findet sich jedoch eine pharmakogenetische Schwäche des Cytochrom-P450-Enzyms CYP2D6, so dass bereits bei therapeutischer Dosierung Halluzinationen, Realitätsverlust und psychotische Episoden auftreten können. Gelegentlich sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Bei einigen Personen kann auch eine niedrige Dosis Juckreiz auslösen. Bei einer Überdosierung kann es zu Halluzinationen und psychotischen Episoden kommen.

Okay, psychotische Episoden hatte ich heute nicht, dafür sind andere in meiner Agentur zuständig, aber nochmal: Und das wird gegen Hustenreiz verkauft?

Ich meine, von mir aus gerne, wenn es denn wirklich hilft. Grundsätzlich bin ich nicht abgeneigt wirksame chemische Verbindungen in meinen Körper zu lassen. Was mich auf eine Nebengeschichte bringt, als ich schon einmal Halsschmerzen hatte und in eine Apotheke ging um gegen eben dieses Leiden ein Medikament zu bekommen.

Ernsthaft schlug mir die Apothekerin vor, entweder ein Mittel auf antibiotischer Basis zu nehmen, oder ein homöopathisches Mittel. Ich sagte wörtlich zu ihr: „Sie bieten mir also die Wahl zwischen Atombombe und Platzpatrone?“. Am Ende wurde es Lemocin.

Nur das am Rande, um meine Einstellung zu Medikamenten zu verdeutlichen. Ich bin der medizinischen Forschung nicht abgeneigt, aber man muss nicht jeden Mist nehmen. Aber ich habe heute über den Tag insgesamt acht von den Dextromethorphan-Teilen gefressen und sitze jetzt hier an der Tastatur und muss trotzdem andauernd so husten, dass ich mittlerweile schon Kopfschmerzen davon bekomme.

Aber es wird noch besser. Nachdem ich heute, obwohl gesundheitlich etwas angeschlagen, einen beschwingten Abend mit einem Kölsch, einem Glühwein mit Rum, sowie einem Himbeer-Mojito und einem Planters Punch (Happy Hour bei Kitty Chai!) hatte lese ich folgende Zeile:

Dextromethorphan sollte nicht mit Alkohol kombiniert werden, da dies zu Wechselwirkungen wie Übelkeit führen kann.

Kann ich bisher nicht bestätigen. Jedoch finde ich bei der weiteren Lektüre der Neben- und Wechselwirkungen diesen Wirkstoff als ein mit Kanonen-auf-Spatzen-schießen:

Kontraindiziert ist die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmer, serotonin-wiederaufnahmehemmende Antidepressiva), da dies zum Serotoninsyndrom führen kann (Übelkeit, Bluthochdruck, Fieber, Tod).

Die Plasmahalbwertszeit liegt bei etwa 3,5 Stunden. Es gibt allerdings einen geringen Prozentsatz von Menschen, die den Wirkstoff Dextromethorphan sehr langsam abbauen (pharmakogenetische Schwäche des Cytochrom P450 Enzyms CYP2D6). Dadurch verlängert sich die Plasmahalbwertszeit von Dextromethorphan, so dass bereits bei therapeutischen Dosen ein starker Rauschzustand ausgelöst werden kann, der dem anderer Dissoziativa ähnelt.(!)

Dextromethorphan wird auch missbräuchlich eingenommen, da es in hohen Dosen dissoziative und anderweitig berauschende Effekte hat (ähnlich der bei niedrig dosiertem Ketamin). Der Missbrauch von Dextromethorphan kann eine Drogenpsychose nach sich ziehen, unkontrolliertes Verhalten kann zur Selbst- oder Fremdgefährdung führen. Regelmäßige missbräuchliche Einnahme kann zur Suchterkrankung führen, unter Umständen ist auch mit Hirnschäden zu rechnen

WTF!? Starke Rauschzustände? Drogenpsychosen?? Tod??? Und nochmal: Und das wird gegen Hustenreiz verkauft?

Am besten sind aber dann noch die Angaben in der Tabelle neben dem Artikel auf Wikipedia:

Löslichkeit: praktisch unlöslich in Wasser, leicht löslich in Chloroform. (Na, gut zu wissen)

und

EU Gefahrenstoffkennzeichnung: Xn Gesundheitsschädlich (!)

500px-Hazard_X

Ja, da weiß ich dann auch nicht mehr weiter.

(via Wikipedia)

 

 

Tag der Abrechnung

Das ist mal eine Kampfansage gegen eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit.

It’s Payback Time from Nexus on Vimeo.

3D-Bioprinting direkt am lebenden Objekt

An der Universität von Wollongong, Australien, hat man eine Art Stift entwickelt, der gleichzeitig jeweils eine Lage aus Stammzellen und eine schützende Biopolymerschicht direkt an die entsprechende Operationsstelle nach und nach auftragen kann.

biopen

In diesem Gemisch können sich dann die Stammzellen in die benötigten Nerven-, Muskel- oder Knochenzellen entwickeln; die Zugabe von entsprechenden Wachstumshormonen oder anderer begünstigender Mittel in der Mischung fördern zudem das Wachstum.

University of Wollongon: BioPen to rewrite orthopaedic implants surgery

 

Neues vom 3D-Druck

Mini-Organsysteme aus dem Drucker

Die Forscher des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine in North Carolina haben ein Verfahren entwickelt, um aus menschlichen Zellen verkleinerte dreidimensionale Versionen von Organen mittels entsprechend modifizierter 3D-Drucker erzeugen. Diese werden dann auf Mikrochips gesetzt, um an ihnen medizinische Tests durchzuführen. Besonders interessant daran ist, dass mehrere Organe zusammen kombiniert und mit einer Blutersatzflüssigkeit zu einem organischen Kreislauf verbunden werden können. Das die Entwicklung solcher Methoden so schnell voranschreitet könnte unter anderem auch an der Unterstützung durch das U.S. Department of Defense liegen, die das Projekt mit 24 Mio. Dollar sponsern.

via innovations report

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Woher kommen die Namen für Medikamente? (Update)

Ein Thema, welches ich aus dem linguistischen Aspekt heraus sehr interessant finde. In erster Linie sind die Benennung von Medikamenten wichtig, um zu vereinfachen, da es für Ärzte wie Patienten wohl eine Zumutung wäre immer den eigentlichen Wirkstoffnamen zu wissen oder in der Apotheke nachzufragen, z.B. (RS)-2-(4-Isobutylphenyl) propionsäure statt einfach Ibuprofen.

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Watson geht unter die Onkologen

Ihr erinnert euch bestimmt noch an IBMs künstliche Intelligenz Watson, die vor fast genau zwei Jahren bei Jeopardy! abgeräumt hat:

Eben diese Technologie soll demnächst Ärzte in ihrem Kampf gegen Krebs unterstützen und den Medizinern beratend zur Seite stehen. Na dann, Dr. Watson übernehmen Sie!