Künstliche Intelligenz und die Konsequenzen

Der Guardian hat ein interessantes Video-Feature in seinem Online-Repertoire. Unter dem Titel ‚Original Drama‚ gibt es inszenierte Kurzgeschichten zu wichtigen Themen unserer Zeit. Die dritte Folge vom Februar dieses Jahres zeigt eine Debatte zwischen drei Menschen und einem Roboter namens Günther, in der erörtert wird, was man einer KI zutrauen kann bzw. darf.

Die mögliche Aussicht auf künstliche Intelligenzen, die unsere intellektuellen Fähigkeiten überflügeln könnten sind ja mittlerweile nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. Daher sind solche Debatten auch durchaus sinnvoll, besonders wenn es auch um ethische Grundsatzentscheidungen geht, an Stellen, wo die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischen.

In diesem Kurzfilm werden einige der Themen angerissen und es bietet sich eine durchaus plausible Aussicht für eine Lösung des Problems neben der pessimistischen Annahme, dass wir alle vom AI-Overlord unterjocht werden.

Künstliche Intelligenz komponiert passende Musik zu Bildern

Die KI der chinesischen Suchmaschine Baidu wurde mit hunderten Milliarden Vorlagen aus Bildern und Musik mit einem Deep Learning Algorithmus darauf trainiert Musik passend zu Bildern zu kreieren. Für den Anfang schon mal recht eindrucksvoll. Anscheinend ist künstliche Intelligenz das einzige, was sich 2016 vorwärts entwickelt.

Sunspring – Ein SF-Kurzfilm geschrieben von einer künstlichen Intelligenz

Interessantes Experiment, bei dem eine KI namens Benjamin durch Verarbeitung etlicher Science-Fiction-Serien und Filmen eigenständig ein Drehbuch für einen SF-Kurzfilm kreiert hat.

Das Script wurde dann von Regisseur Oscar Sharp und seiner Crew realisiert. Als ein bekanntes Gesicht konnte Thomas Middleditch (Silicon Valley) für die Umsetzung gewonnen werden.

Zugegebenermaßen sind die Dialoge ähnlich kryptisch, wie wenn man per WhatsApp etwas schreibt, in dem man immer den mittleren Wortvorschlag nimmt. Das kommt auch nicht von ungefähr, da die Algorithmen die diesem (natürlich weit verbesserten) System zugrunde liegen auch ähnlicher Herkunft sind.

(via Singularity Hub)

Gruppentherapie für künstliche Intelligenzen

IBMs neue Spots, in der das Unternehmen für seine hauseigene künstliche Intelligenz Watson wirbt, ist eine hübsche tongue-in-cheek Kampagne, in der diverse Roboter- und Computersysteme in einer Gruppentherapie beisammen sitzen und ihre Unzulänglichkeiten in Umgang mit Menschen besprechen. Gruppenleiterin ist niemand geringeres als Carrie Fisher. Gute Wahl, wie ich finde. Mit Therapien und Robotern kennt sie sich ja aus.

In weiteren Videos, werden auch die anderen Teilnehmer der Therapiegruppe charakterisiert.

(via notcot.org)

Linktipps KW 53/15

Eine Kalenderwoche 53 hat man auch nicht so oft, laut Wikipedia nur, wenn das Jahr mit einem Donnerstag anfängt oder endet. Wieder was gelernt.

Ich dachte mir, nachdem ich das mit den wöchentlichen Linktipps, wie bereits im letzten Artikel erwähnt, etwas habe schleifen lassen, wäre diese besondere Woche am Ende des Jahres eine gute Möglichkeit den Schnitt noch was zu verbessern.

Design

Die Möbel und Accessoires von Jake Phipps sind schon speziell. Bekannt waren mir bisher nur seine „Jeeves & Wooster“-Lampen, aber die STELLAR-Serie mit den Spiegelpolygon-Applikationen finde ich schon äußerst abgefahren. Seine Möbel lassen sich gut mit den Royal-Stücken von Boca do Lobo kombinieren.

jake_phipps

STELLAR Console by Jake Phipps


Ein Beispiel für computergeneriertes Design ist die „Qrash lamp“-Deckenlampe, welche aus einem Standbild einer Simulation eines auseinanderfallenden Würfels kreiert wurde.

qrash_lamp

Qrash Lamp by Jaeeun Shin, Seohyeong Kim and Taimin Ahn

(via Yanko Design) Weiterlesen

Neurales Netzwerk analysiert Star-Trek-Intro

Ville-Matias Heikkilä hat ein neurales Netzwerk, welches bereits in Bilderkennung geschult war, auf den Vorspann von ‚Star Trek – TNG‘ losgelassen. Das Ergebnis ist etwas seltsam, da das Netzwerk nach Aussage von Heikkilä nicht besonders geübt war in der Erkennung von Dingen aus dem Weltraum. Daher sind die eingeblendeten Einschätzungen der künstlichen „Intelligenz“ bis auf einige Ausnahmen fast immer komplett daneben.

(via prosthetic knowledge)

Über künstliche Intelligenz; heute, morgen und übermorgen

Auf ‚Wait But Why‘ hat Tim Urban einen recht ausführlichen Text über die gegenwärtig stattfindende technologische Entwicklung geschrieben und erläutert zudem, was wir wahrscheinlich in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten zu erwarten haben. Ausgehend von den Prognosen über die exponentiell wachsende Rechenleistung von handelsüblichen Computern zur Entwicklung von den verschiedenen Arten der künstlichen Intelligenz bis hin zu den Konsequenzen, die die Erschaffung einer solchen für uns bedeutet, fasst Urban diesen Themenkomplex anschaulich zusammen.

WBW_Projections

Für mich das bisher beste, was ich zu dem Thema gelesen habe, obwohl ich zwei Punkte habe, die ich anmerken möchte. In einem Absatz bespricht er am Beispiel von ‚Zurück in die Zukunft‘, dass die technologische Entwicklung zwischen 1985 und 2015 wesentlich größere Fortschritte gemacht hat als zwischen 1955 und 1985 und es einer Person aus der heutigen Zeit schwerer fallen würde sich in den 80ern zu Recht zu finden, als jemanden aus den 80ern in den 50ern.

The movie Back to the Future came out in 1985, and “the past” took place in 1955. In the movie, when Michael J. Fox went back to 1955, he was caught off-guard by the newness of TVs, the prices of soda, the lack of love for shrill electric guitar, and the variation in slang. It was a different world, yes—but if the movie were made today and the past took place in 1985, the movie could have had much more fun with much bigger differences. The character would be in a time before personal computers, internet, or cell phones—today’s Marty McFly, a teenager born in the late 90s, would be much more out of place in 1985 than the movie’s Marty McFly was in 1955.

Technologisch mag das richtig sein. Ich bin aber der Meinung, dass sich 1955 von 1985 in gesellschaftlicher Hinsicht wesentlich mehr voneinander unterscheiden, als 1985 von heute. Gesellschaftliche Entwicklung im Vergleich zur technologischen Entwicklung wäre dann wohl noch ein Thema für einen anderen Artikel.

Die andere Anmerkung, die ich habe bezieht sich auf die Entwicklung einer künstlichen Superintelligenz, die alles, was wir je intellektuell erreicht haben, innerhalb weniger Tage (Stunden?) überflügeln könnte. Ich halte es zwar für durchaus denkbar, dass eine solche Intelligenz entstehen kann, aber dass diese zwingend alles verändern müsste, ist nicht gesagt. Erst einmal ist sie sehr ortsgebunden und des weiteren fragt sich, ob eine Superintelligenz nicht erkennen würde, wie sinnlos ihre Existenz ist und sich evtl. einfach abschaltet. Es wird ja oft davon ausgegangen, dass eine künstliche Intelligenz Begehrlichkeiten oder Moralvorstellungen entwickelt, die mit den menschlichen Vorstellungen nicht unbedingt kongruent sind. Das dem so ist, muss ja erst noch bewiesen werden und ich würde es darauf ankommen lassen.

Ungefähr zeitgleich habe ich dieses Kickstarter-Projekt gesehen, wo ich mir bei jeder Sekunde des Promovideos denke, ‚Nie im Leben bekommt ihr dieses Produkt dieses Jahr verschifft!‘ und ‚Ich glaub‘ euch kein Wort!‘. Wenn man den Text von Tim Urban gelesen hat, müsste einem eigentlich klar sein, dass solche persönlichen Assistenten noch mindesten zehn Jahre weit weg sind.

Das wäre ja so, als hätten Siri und Watson ein Kind mit einem Roomba gemacht. Wenn das Teil wirklich realisierbar wäre, wären sie schon längst von Google aufgekauft worden.

Webdesign? Wo wir hingehen brauchen wir kein Webdesign!

Das zumindest verspricht ‚The Grid‚, ein neuer Online-Service, der im Frühjahr 2015 an den Start gehen will. ‚The Grid‘ soll ein mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes System sein, dass einem die Website so baut, wie man sie benötigt und selbständig das Layout und Stilistik beeinflusst, während man selber nur den Content liefern muss und sagt, was man erreichen will.

Ist ja ganz schön und gut und für so manchen auch ganz hilfreich, aber ich weiß nicht, was ich davon halten soll, einer künstlichen Intelligenz die ästhetische Kontrolle über eine persönliche Website zu überlassen, wenn diese einfach mal entscheidet über alles einen Instagram-Filter zu ziehen. Rein technisch, wie im Video erwähnt, sicherlich eine Meisterleistung etwas so kompliziertes so einfach zugänglich zu machen, vom design-technischen und kulturellen Aspekt sehe ich das etwas skeptisch.

(via prosthetic knowledge)

Der erste Familienroboter – Und Orwell rotiert im Grab

Dr. Cynthia Breazeal ist einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Robotik, insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Robotern, die zu sozialer Interaktion und darauf basierendem Lernen fähig sind. Bekannt geworden ist sie durch ihre Arbeit am MIT, wo sie seit den 90ern Roboter entwickelte, die in der Kategorie der ‚sociable machines‚, der geselligen Maschinen geführt wurden.

Nun hat sie den nächsten Schritt gewagt und begibt sich in die Wirtschaft mit ihrem neuen Produkt JIBO, ein kleines putziges Haushaltshelferlein, das uns das Leben erleichtern soll:

Tolle Idee und all die großen Tech-Magazine sind begeistert. Auch ich bin total aus dem Häuschen, bei der Vorstellung, so ein halbwegs intelligentes System mein Eigen zu nennen, denn alles an diesem Teil schreit: die Zukunft ist hier!

Nicht umsonst hat das Crowdfunding-Projekt auf indiegogo, über das Breazeal das Startkapital zusammenbringen wollte sein Ziel von 100.000 $ innerhalb von drei Tagen mit bereits über 600% übererfüllt. Und das Ende der Kampagne ist erst der 15. August.

Aber war da nicht was? Gab es da nicht ein paar beunruhigende Nachrichten im letzten Jahr, die klargestellt haben, das ALLES, wirklich ALLES von Geheimdiensten abgeschnorchelt wird, was irgendwie im Netz landet?

Mich beschäftigt die Frage, wie eine intelligente Frau wie Dr. Breazal, der ich wirklich nichts böswilliges unterstellen kann und möchte, völlig unbeleckt von der Realität der Totalüberwachung mit dieser Entwicklung dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen kann, ohne auch nur einen Moment die Tragweite zu ermessen oder auch nur vielleicht ein Problem in dieser Maschine zu sehen. Ist das eine Art amerikanischer Optimismus verbunden mit reiner Betriebsblindheit?

jibo02

In was für einer Welt leben wir, in der Menschen bereit sind sich für rund 500 $ (ein Schnäppchen für soviel High-Tech, nicht wahr?) einen NSA-Spion auch noch ins Haus zu holen, bei dem man nie sicher sein kann, ob er gerade die Gesichtserkennung aktiviert hat und unter Umständen anlasslos die Mitglieder der Familie mit den Gesichtern aus einer Extremistendatenbank abgleicht? Lauscht er mit, wenn am Esstisch politische Diskussionen geführt werden und spezifische Schlagworte fallen, die ein Familienmitglied als radikal einstufen könnten?

Ganz ehrlich, man kann sich ja schon heute nicht mehr sicher sein, wenn ein Smartphone im Zimmer liegt und jetzt also auch noch lernende Roboter, die unseren Alltag begleiten? Ich möchte die rein technologische Leistung der Gruppe um Dr. Breazal nicht schmälern und es ist legitim mit diesem Know-how auch in die Wirtschaft zu gehen und davon zu profitieren. Doch so ein Projekt zeigt auch auf verheerende Weise, wie wenig von dem Skandal der letzten Monate überhaupt in den Köpfen der Menschen angekommen ist.

Offensichtlich ist die Konditionierung der Konsumenten auf neue glänzende Produkte so perfektioniert, dass sie ihre Freiheit so bereitwillig verkaufen, wie es einst möglich war den Algonkin-Indianern für ein paar bunte Glasperlen die Insel Manhattan abzukaufen. Auch hier wird eines Tages die Geschichte über unsere Ära urteilen und ich denke das Urteil wird ungünstig ausfallen.

 

Supercomputer Watson entwickelt BBQ-Sauce

butternut-sauce

Der von IBM entwickelte Jeopardy-Gewinner und Onkologen-Assistent Watson betätigt sich neuerdings im gastronomischen Bereich. Nachdem Watson eine nicht genau benannte Menge von Rezepten analysiert hat (es werden einige tausend gewesen sein), kam ein auf Kürbis basierendes Rezept als seine Eigenkreation dabei heraus. Watson mag es anscheinend asiatisch-pikant. Das Rezept wurde veröffentlicht, inklusive dem oben abgebildeten Etikett, damit man die Sauce selber nachbauen kann:

Bengali Butternut BBQ Sauce
Ungefähre Ausbeute: 550g
300 g  Butternut-Kürbis, gewürfelt
200 g  Weißwein
100 g  Reisessig
50 g    Butter, ungesalzene
5 g     TamarindenKonzentrat
40 g   Wasser
10 g   Chilipaste (Sriracha)
4 g     Sojasauce
50 g   Datteln, entsteint und gehackt
2 g     Thai Chili
3 g     Senfkorn
3 g     Kurkuma, frisch, in dünne Scheiben geschnitten
0,4 g  Kardamom, gemahlen
5 g     Koriander
2 g     Meyer Zitronenschale, gerieben
5 g     Salz, nach Geschmack
10 g   Meyer Zitronensaft
6 g     Melasse

(via npr)