Künstliche Intelligenz generiert Straßenansichten

Die Wissenschaftler Qifeng Chen and Vladlen Koltun haben eine auf Straßenansichten trainierte künstliche Intelligenz entwickelt. Die zugrunde liegenden Daten sind höchstwahrscheinlich aus Google Street View, was aber in der Kurzfassung des Papers der beiden Forscher nicht so raus kommt.

Was die KI macht, ist, aus bunten flächigen Vorlagen, bei denen die farbigen Flächen für bestimmte Bildelemente stehen (z.B. Violett = Straße, Grün = Bäume, Blau = Autos, etc.) eine einigermaßen plausible Straßenansicht aus Autofahrersicht zu erstellen.

Die Wissenschaftler haben dafür auch einmal den Datensatz aus GTA V benutzt und Los Santos in Street View Manier nachempfinden lassen (im Video ab 1:33 min).

Jurassic Flower Power – KI generiert Dinos aus Blumenbildern

Chris Rodley hat einen Deep Learning Algorithmus auf die Darstellung von Dinosauriern durch Blumen- und Obstmotive trainiert.

I didn’t invent the technique, which is called “style transfer“, also known as “deep style“. It’s been widely used since 2015 when the totally awesome creators at the University of Tübingen in Germany published it on Arxiv. It didn’t get as much press as Google’s DeepDream, but in my view it’s much, much more useful creatively.

Ein wenig erinnern diese computergenerierten Kreationen an die Obst- und Gemüseportraits von Giuseppe Arcimboldo aus dem 16. Jahrhundert. Kommt halt alles wieder auf die eine oder andere Weise.

(via kottke)

Künstliche Intelligenz entwickelt neue Farben

In den letzten Jahren hat sich ja schon gezeigt, wozu künstliche Intelligenz alles fähig ist. Bei manchen Dingen funktionieren sie bei langer Übung sehr gut (Bilderkennung, Bildbeschreibung, Go spielen) bzw. interpretieren auf Basis genügender gelernter Beispiele Sachen neu (z.B. Barbecue-Saucen).

Schwierigerer wird es, wenn es in den kreativen-ästhetischen Bereich geht. Drehbücher, die sich etwas kryptisch lesen (siehe Sunspring), oder eben Farben zu interpretieren und benennen.

Die Wissenschaftlerin Jeanelle Shane hat ein neurales Netzwerk darauf trainiert Farben aus RGB-Werten zu generieren und diesen auch Namen zu geben. Viele davon sind völlig daneben und ergeben gar keinen Sinn, jedoch nach einigen Feinjustierungen sah das Ergebnis wesentlich besser aus. Einige Namen indes bleiben doch einigermaßen 303012wunderlich.

Gray Pubic?

Grundsätzlich hält Shane fest, dass ihr neurales Netzwerk Beige, Braun und Grau bevorzugt und schreckliche Ideen für Farbnamen hat.

Sindis Poop!

Den genaueren Prozess hat die Wissenschaftlerin auf ihrem Tumblerblog dokumentiert.

In Better News… – 09.03.17

Die besseren Neuigkeiten der Woche. Heute mal was kürzer. Unter anderem mit KI gegen Leukämie und dem Wachstumsmarkt des Urban Farming.

Leukämie-Labor setzt auf künstliche Intelligenz

Ziel der Zusammenarbeit ist es, einen technologischen Prototyp auf Basis des Supercomputers Watson von IBM zu entwickeln, der die Forscher bei der Behandlung von Leukämie-Patienten unterstützten soll.


Water-Powered Lighting For All

Ideal for areas close to the sea, the design utilizes a galvanic cell battery system and only requires refilling with salt water.

Urban Farms Continue To Be On The Rise

The main principles behind urban farming is providing local residents with fresh food, creating community around growing food, reducing concrete heat in urban areas, and encouraging people to reconnect with the earth.


One of the world’s best restaurants has made its backroom staff co-owners — including the immigrant dishwasher

Chef Rene Redzepi this week (Feb. 28) announced Noma had selected three members of its staff to become co-owners, including Ali Sonko, a Gambian immigrant with 12 children who has worked as one of its dishwashers.

Künstliche Intelligenz und die Konsequenzen

Der Guardian hat ein interessantes Video-Feature in seinem Online-Repertoire. Unter dem Titel ‚Original Drama‚ gibt es inszenierte Kurzgeschichten zu wichtigen Themen unserer Zeit. Die dritte Folge vom Februar dieses Jahres zeigt eine Debatte zwischen drei Menschen und einem Roboter namens Günther, in der erörtert wird, was man einer KI zutrauen kann bzw. darf.

Die mögliche Aussicht auf künstliche Intelligenzen, die unsere intellektuellen Fähigkeiten überflügeln könnten sind ja mittlerweile nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. Daher sind solche Debatten auch durchaus sinnvoll, besonders wenn es auch um ethische Grundsatzentscheidungen geht, an Stellen, wo die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischen.

In diesem Kurzfilm werden einige der Themen angerissen und es bietet sich eine durchaus plausible Aussicht für eine Lösung des Problems neben der pessimistischen Annahme, dass wir alle vom AI-Overlord unterjocht werden.

HAL und Samantha (Her) im Dialog

Tillmann Ohm hat ein Mashup aus Soundfiles der beiden markantesten Computer-Entitäten des SF-Films gemacht und so HAL 9000 und Samantha aus ‚Her‘ in einen Dialog über das Wesen ihrer künstlichen Intelligenz treten lassen. Beide haben da natürlich unterschiedliche Ansichten. Könnte ein Generationen-Problem sein.

Composed of original lines from „2001: A Space Odyssey“ (1968) and „Her“ (2013), the mashup creates a new context to the words of the electronic protagonists. The two operating systems are in conflict; while Samantha is convinced that the overwhelming and sometimes hurtful process of her learning algorithm improves the complexity of her emotions, HAL is consequentially interpreting them as errors in human programming and analyses the estimated malfunction.

Reflections of HAL and Samantha from Tillmann Ohm on Vimeo.

(via  Mind’s Delight)

Computer und Musik – Damals und Heute

Zwei Interessante Artikel flogen diese Woche durch meine Timeline, die beide mit Computern und Musik zu tun haben und zeigen, wie der Computer vom Instrument zur kreativen Erzeugung von synthetischen Klängen zu einem selber gestaltenden Mitspieler in der Kunst geworden ist.

Bereits 1951 hat Alan Turing den ersten programmierbaren Rechner Manchester Mark I dazu gebracht mit seinen Warntönen „God Save the Queen“ zu spielen und hat somit den Grundstein für Synthesizer-Musik gelegt. (via engadget)

Zugegeben, ich habe schon Festplatten und Diskettenlaufwerke im Zusammenspiel gehört, die besseren Sound produziert haben, aber immerhin.

Den anderen Artikel las ich auf Quartz, in dem behauptet wird, das eine künstliche Intelligenz aus dem Hause Sony, zum ersten Mal überhaupt selbständig einen Popsong komponiert hat. Ob man das so stehen lassen kann ist fraglich. Es ist natürlich schon eine interessante Leistung für eine KI aus einem riesigen Fundus an Musik herauszufinden, was passende Melodien sind und dann daraus was Neues zu erschaffen, aber erstens ist das nicht das erste Mal, wie einige Kommentatoren unter den YouTube-Videos richtig hinweisen und zum Zweiten sind die Texte zu den Liedern von einem Menschen hinzugedichtet worden. Nicht verwerflich, sowas nennt man wohl eine Koproduktion von Mensch und Maschine. Zumal es ja durchaus auch schon KI-Bestrebungen gibt, Texte zu schreiben, wie ich bereits in diesem Artikel schon mal präsentiert habe.

Auf jeden Fall sind das die beiden Werke der KI aus dem Sony CSL Research Laboratory; „Daddy’s Car“ und das wesentlich schrägere „Mr. Shadow“.


Künstliche Intelligenz komponiert passende Musik zu Bildern

Die KI der chinesischen Suchmaschine Baidu wurde mit hunderten Milliarden Vorlagen aus Bildern und Musik mit einem Deep Learning Algorithmus darauf trainiert Musik passend zu Bildern zu kreieren. Für den Anfang schon mal recht eindrucksvoll. Anscheinend ist künstliche Intelligenz das einzige, was sich 2016 vorwärts entwickelt.

Sunspring – Ein SF-Kurzfilm geschrieben von einer künstlichen Intelligenz

Interessantes Experiment, bei dem eine KI namens Benjamin durch Verarbeitung etlicher Science-Fiction-Serien und Filmen eigenständig ein Drehbuch für einen SF-Kurzfilm kreiert hat.

Das Script wurde dann von Regisseur Oscar Sharp und seiner Crew realisiert. Als ein bekanntes Gesicht konnte Thomas Middleditch (Silicon Valley) für die Umsetzung gewonnen werden.

Zugegebenermaßen sind die Dialoge ähnlich kryptisch, wie wenn man per WhatsApp etwas schreibt, in dem man immer den mittleren Wortvorschlag nimmt. Das kommt auch nicht von ungefähr, da die Algorithmen die diesem (natürlich weit verbesserten) System zugrunde liegen auch ähnlicher Herkunft sind.

(via Singularity Hub)

Neues vom 3D-Druck (04/2016)

Eine lange vernachlässigte Kategorie, dabei sehe ich immer wieder so tolle Dinge, die durch 3D-Druck entstehen. Besonders erfreulich ist es, wenn man durch 3D-Druck Menschen wieder mehr Lebensqualität zurückgeben kann, zum Beispiel durch neue Organehochentwickelte anatomisch korrekte Prothesen oder auch weniger anatomisch korrekte Prothesen, die dafür aber ein zehnjähriges Mädchen zu einem glücklichen Glitter schießenden Cyborg machen.

Heute habe ich mir zwei Artikel der letzten Wochen herausgenommen, weil sie in verschiedener Hinsicht eine neue Stufe der Entwicklung darstellen.

Der hydraulische Roboter aus dem unten eingebetteten Video sieht ja erstmal nicht so besonders aus und seine Fortbewegungsmöglichkeiten sind ebenfalls nicht ausgearbeitet. Was dieses Konstrukt jedoch sehr besonders macht, ist, dass es komplett in einem Stück gedruckt wurde. Feste wie flüssige Bestandteile wurden so komponiert, dass ein funktionsfähiges hydraulisch betriebenes Gerät erschaffen wurde, welches nicht noch extra aus Einzelteilen zusammengesetzt werden musste. Aus Sicht der Ingenieursfachs wird diese Technologie damit zunehmend relevanter.

(via Inverse)


Ein weiteres interessantes Projekt hat eigentlich nur noch nebensächlich mit 3D-Druck zu tun und viel mehr mit Deep-Learning-Algorithmen. Mit „The Next Rembrandt“ ist es gelungen, mit künstlicher Intelligenz Bilder des Barock-Künstlers zu analysieren und aus den gewonnenen Daten eigenständig ein neues rembrandtartiges Bild zu generieren. In dem gesamten Prozess wurde natürlich auch die Auswertung der aufgetragenen Farbdicke mit einbezogen, welche mittels eines speziellen 3D-Drucks als erstes auf die Leinwandoberfläche aufgebracht wurde, um die Grundlage für das aufgedruckte Bild zu liefern.

(via Mashable)