50 Jahre „Planet der Affen“

Zu den Lieblings-Science-Fiction-Filmen meiner Kindheit gehört die „Planet der Affen“-Reihe aus den 60er/70er Jahren, auch wenn die Filme qualitativ sehr unterschiedlich sind. Aber wenigstens waren die nicht so doof, wie die Tim Burton Variante. So viele Motive und Zitate haben es aus den Originalfilmen in die Popkultur geschafft, was zeigt, wie einzigartig dieses Werk bis heute ist. Ich ertappe mich regelmäßig dabei, dass ich an den zweiten Film „Rückkehr zum Planet der Affen“ denken muss, wenn ich die gekachelte U-Bahn-Passage am Appellhofplatz in Köln durchwandere, immer in der Erwartung, gleich einen Höhleneingang in das Reich der telepathischen postatomaren Mutanten zu finden. Nun ja.

Die ganz neuen Filme habe ich aus Gründen noch nicht richtig gesehen (den ersten Film zumindest zum Großteil), aber jetzt warte ich auch, bis alle Filme fertig sind und dann guck ich das halt am Stück. Dafür habe ich sogar mal die Romanvorlage von Pierre Boulle gelesen, die am Ende auch mit einem Twist aufwartete, soweit ich mich erinnere.

Eine kleine Zusammenfassung des gesamten Phänomens gibt es in diesem Video von Distractotron.

Animierte Buchcover der 60er und 70er Jahre

Es gab mal eine Zeit, als streng-puristische geometrische Grafiken die Cover diverser wissenschaftlicher Publikationen zierten. Der Diplom-Designer Henning M. Lederer hat sich aus dem Fundus des Julian Montague Projects und bei Book Worship™ die schönsten Bücher heraus gesucht und deren grafische Gestaltung animiert.

Covers from Henning M. Lederer on Vimeo.

(via Visual News)

Linktipps KW 03/15

Dritte Woche 2015. Hier sind die wöchentlichen Linktipps:

Technik

Google hat seine offizielle Seite zum Project Ara gelauncht, auf der man für die Modulentwicklung des sog. Spiral-2-Modells benötigten Informationen abrufen kann. Das Teil könnte den Smartphonemarkt revolutionieren.

(via Extreme Tech)


Energie aus Pflanzen – da habe ich bisher höchstens an Methan aus Kompost gedacht. Dass man aber auch aus lebenden Pflanzen direkt Strom beziehen kann zeigt die niederländische Firma plant-e, die mit ihrem Verfahren Großes vorhat.

(via inhabitat)


CURVED/labs haben uns diese Woche als Hommage an den Original Macintosh einen iMac aus einem Alternativ-Universum gezeigt.

(via designboom)


Weiterlesen

Christina Hendricks Sketch zur Lohnungerechtigkeit

Christina Hendricks, bekannt als Joan Harris in der Serie ‚Mad Men‘, verkörpert in ihrer Rolle als Office Managerin den Inbegriff der rothaarigen 60er-Jahre Sexbombe. Diese Rolle hat sie nun auch für einen Sketch für ‚Funny or Die‘ genutzt, in dem sie auf die immer noch vorhandene Ungleichbehandlung bei der Bezahlung von Frauen und Männern hinweist. Denn wenn sich Unternehmen aufführen, wie in den 60ern, dann tut sie es eben auch.

Anzeigen aus Technikmagazinen der 50er und 60er Jahre

Eine enorm große Sammlung von Printanzeigen u.a. heute noch bekannter High-Tech-Firmen aus den 50er/60er Jahren befindet sich im Flickr-Album von bustbright.

Die Fundstücke in diesem Album erzählen vom Aufbruch in eine raketen- und computerbetriebene Zukunft und befinden sich grafisch voll auf der Höhe der damaligen Zeit. Sie ermöglichen einen Einblick in die Geburtsphase des Silicon Valley und in das Entstehen des miltärisch-industriellen Komplexes. Denn wenn in den Anzeigen in bunten Farben und scherenschnittartigen Formen von Rechenleistung der Elektronenhirnen und Schubkraft von Antrieben die Rede ist, dann geht es nicht nur um das Rennen zum Mond, sondern auch immer um die Gefahren des kalten Kriegs und einem jederzeit möglichen Atomschlags des Gegners.

(via boingboing)

Interior Design durch die Jahrzehnte

Von einer Firma für Wasserenthärter (warum auch immer) erstellte interaktive Grafik, die die Wohntrends der letzten 60 Jahre in hübschen reduzierten Grafiken zusammenfasst.

Interior Design by Decade - Harvey Water Softeners
A look back at Interior Design by Decade has been produced by Harvey Water Softeners.

(via laughing squid)

Lileks – Unterhaltsame Retromania

Da mein RSS-Zulieferer den ganzen Tag schon unter einer kriminellen DoS-Attacke leidet und ich so gar nicht schauen kann, was es denn neues in der Welt gibt, an dieser Stelle mal was altes, was mir sehr am Herzen liegt: lileks.com

lileks

Ich kenne die Website von James Lileks aus Minneapolis jetzt seit mindestens zehn Jahren. Nie gut programmiert und etwas unsystematisch gestaltet (mittlerweile geht es) ist sie doch ein unglaublich unterhaltsames Archiv für die Liebhaber der goldenen Mid-Century-Ära des amerikanischen Jahrhunderts gepaart mit einem Humor, der von Liebe, sowie von (mildem) Sarkasmus für die teilweise haarsträubende Naivität dieser Zeit geprägt ist.

Auf seiner Seite findet man diverse höchst amüsant kommentierter Bildersammlungen, z.B. alte kolorierte Postkarten von Motels, die von einer motorisierten Wohlstandwelt erzählen. Einem Motel hat er sich dabei mit einer eigenen Seite ausführlich gewidmet: dem ‚Gobbler…the grooviest motel in Wisconsin‚.

gobbler

Mein absoluter Lieblingsteil ist aber die ‚Gallery of regrettable food‚, welche zusammen mit den Beschreibungen der extrem absonderlichen abgebildeten Speisen so urkomisch ist, dass ich sogar das Buch dazu gekauft habe.

regrettablefood

„One of the more popular cuts: pressed shank braised with smoker’s phlegm.“

Ebenso sehens- wie lesenswert ist die Abteilung ‚Interior Desecrations‚, in der sich Lileks hauptsächlich den Geschmacksverirrungen in Einrichtungsfragen der 70er Jahre widmet. Auch dieses Buch habe ich mir zugelegt.

interiordesecrations

„Here we see the problem that bedevils most urban dwellers: what can I do to make my unbearably claustrophobic room seem even smaller?“

Wenn ihr also irgendwann (in der dunklen Jahreszeit, oder so) mal was zu Lachen braucht und ihr auch eine Vorliebe für die seltsamen Lifestyle-Auswüchse des 20. Jahrhunderts habt, so sei euch dieses Retromania-Archiv wärmstens ans Herz gelegt.

Alte Lady hinterlässt ihr Haus mit Stil

Für 72 Jahre lebte eine nun 96-jährige Dame in ihrem Haus in Toronto, das von außen nicht viel hermacht. Aber innen ist es der Traum aller schwulen Schwiegermütter, denn die Gute hat seit den 60ern nichts mehr verändert. Es erscheint mir höchst unwahrscheinlich, dass Mobiliar so lange in diesem puppenhausartigen Zustand bleiben kann, wenn es normal genutzt wird. Offensichtlich war die alte Dame seeeehr reinlich.

Oder wie jemand in den Kommentaren schreibt:

Oh man the pink and gold room with birdcage is setting off all my Barbara Cartland alarms and I love it!