Landschaftsskulptur aus Lexikon

Ich schrecke ja immer ein bisschen zurück, wenn jemand Bücher in einer Weise benutzt, für die sie nicht vorgesehen sind. Man hat ja vermittelt bekommen, dass Bücher das Wissen der Menschheit transportieren und einem neue Gedanken und Gefühlswelten eröffnen können; das gilt meines Erachtens sowohl für Sachbücher wie Romane. Ebenso hat man im Hinterkopf immer das Bild von Bücherverbrennungen, wenn es darum geht das Wissen und damit die Freiheit von Menschen einzuschränken.

Guy Laramée hat weniger Skrupel in Büchern etwas anderes zu sehen, als nur ein wissensvermittelndes Medium. Für ihn sind sie das Medium seiner kreativen Ausdrucksform, welche das Schnitzen von Landschaften ist. Nach seiner Aussage ist diese Umdeutung des Buches, als Vorlage für seine Landschaftskulpturen, ein Ausdruck, die Erosion von Kultur darzustellen.

Zur Demonstration dieses Prinzips hat er sich eine Reihe der Bände der Encyclopedia Britannica vorgenommen und diese eine Landschaft umgewandelt, die von den Berggipfeln bis runter ins durchfurchte Tal reicht. Zu diesem Werk mit dem bezeichnenden namen ‚Adieu‘, als Abschied an das gedruckte Wort, gibt es dieses atmosphärisch stimmige Video:

Adieu / Guy Laramée from Colossal on Vimeo.

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