Jahresrückblick 2013

Und wieder ist ein Jahr vorbeigerast. Woran liegt das eigentlich, dass einem das jedes Jahr schneller vorkommt?

Für mich war 2013 das erste Jahr des Bloggens und nach den letzten zwölf Monaten kann ich zumindest sagen, dass ich mich noch in der Findungsphase befinde, aber auch langsam die Mechanismen im Netz durchschaue.

Was logbuch.labelizer weiterhin sein wird, ist ein Blog über Kunst, Kultur und Design, und ich werde in Zukunft auch weiterhin versuchen mehr Content zu erstellen, in dem ich Themen anspreche, die mich persönlich bewegen.

Einige Male ist mir dies in diesem Jahr bereits gelungen, wie zum Beispiel in meinem Appell an die Öffentlich-Rechtlichen, oder meine Artikel zur Gestaltung des Logos für Leverkusen oder zum Thema Grafische Benutzeroberflächen. Großer Beliebtheit bei den Lesern erfreuten sich auch die Erfahrungsberichte zu den Teatime-Angeboten im Excelsior, Savoy und vor kurzem im Schlosshotel Bensberg. Wichtig waren in diesem Fall auch die Verbreitung über die entsprechenden Interessensgruppen bei Facebook, wie zum Beispiel über ‚Nettwerk Köln‘.

Auch ein Rant gegen Religion, den ich mir nicht verkneifen konnte hatte ich mir hier von der Seele geschrieben. Und auch dafür ist dieser Blog gedacht. Nach diesem Artikel war mir klar, dass ich öfter auf gesellschaftlich anders gelagerte Themen als Kunst, Kultur und Design eingehen wollte.

So kam es, dass ich mich dieses Jahr im Herbst ziemlich über die lächerlichen Facebook-Postings, basierend auf Nachrichten diverser Lokalblätter, aufregte, die eine fremdenfeindliche Grundstimmung gegenüber Muslime transportierten, da wegen ihnen angeblich christliche Feiertage verdrängt werden sollen. Dieser unsägliche Blödsinn und die braune Ignoranz von so vielen Menschen auf facebook brachten mich zu meinem Artikel ‚Aus Rücksicht auf Muslime?‚. Und dann nahm die Geschichte ihren Lauf, die ich mittlerweile die ‚Novemberexplosion‘ nenne.

Am 01. November erstellte ich diesen Artikel und teilte ihn auch über facebook, wo er zuerst von meinen Freunden geteilt wurde und ich selbst auch dazu beitrug, den Link in alle möglichen Artikel einzutragen, wo es mal wieder gegen Muslime ging, um den beschränkten Kommentatoren etwas entgegenzusetzen.

Bis zum 05. November dümpelten die Zugriffszahlen (wie bei den meisten Artikeln des Jahres) im zweistelligen Bereich. Am Mittwoch den 06. November überschritten die Zugriffszahlen auf den Artikel die 300er-Marke, was für meine Verhältnisse schon ungewöhnlich war. Am Tag darauf begab es sich, dass Mario Sixtus (der elektrische Reporter himself) meinen Artikel retweete:

Und von da an gab es kein Halten mehr. Innerhalb weniger Stunden hatte ich 4.000 Zugriffe, am nächsten Tag den Rekord von 7.660 Aufrufen:
November_Explosion

Dies hielt sich danach noch einige Tage (wie man sieht) und innerhalb des Novembers entstanden so über 80% der Gesamtjahreszugriffe. Für professionelle Blogger sind solche Zahlen natürlich Peanuts; das holen die an einem Tag rein, aber für mich war das schon eine interessante Erfahrung. Zum ersten Mal musste ich mich auch mit Kommentatoren auseinandersetzen, wo die Frage aufkam, ob man manche Aussagen einfach stehenlässt, oder auch kommentiert.

Insgesamt hat dieser Vorgang die normalen Gesamtbesucherzahlen nach oben verschoben, wenn auch ’nur‘ auf durchschnittlich 130 am Tag, aber das ist in etwa das doppelte von der Zeit vor November. Aber ich mache das hier auch nicht für große Mengen von Besuchern, sondern in erster Linie für mich selbst und wenn es jemanden gefällt, umso besser.

Dann wollen wir mal sehen, was 2014 bringt. Ich für meinen Teil bin schon ganz zufrieden, wie es sich hier entwickelt. Für nächstes Jahr würde ich gerne die Vernetzung mit anderen Bloggern vorantreiben, da mir aufgefallen ist, dass es zwar viele Schreiber gibt, aber sich die meisten in dieser hermetisch abgeschlossenen Berlin-Biotop-Filterbubble befinden. Dem etwas lokales (in und um Köln) entgegenzusetzen wäre eine interessante Aufgabe. Wo ist denn hier die organisierte Blogger- und Podcastszene? Vielleicht findet man sich ja im nächsten Jahr.

Ansonsten bleibt mir, allen eine schöne Weihnachtszeit zu wünschen, auch wenn mir bewusst ist, was für ein verquastes, instabiles Religions- und Brauchtumsprodukt dieses Fest ist, aber der Glühwein schmeckt ja auch dem Atheisten. 😉
Und natürlich wünsche ich euch allen alles Gute und Gesundheit für 2014.

 

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