Inspirationsquelle Syd Mead

When you’re going to do a future, the future doesn’t start from zero, it starts from right now. So everything is here already.

Mobilage

©Copyright 1996-2012 Syd Mead, Inc. All Rights Reserved.

Manch ein großer Künstler steht im Rampenlicht und sonnt sich in seinem Ruhm. Doch viel interessanter sind die Künstler, die im Hintergrund arbeiten und mit ihrer Sicht konsequent und doch subtil die visuelle Rezeption ihrer Zeit beeinflussen. So zum Beispiel Syd Mead, einer der großen Meister, der seinen ganz eigenen Stil nicht zuletzt in großen Science-Fiction-Filmklassikern einfließen ließ.

Syd Mead studierte in den 50er Jahren am Los Angeles Art Center und schloss sein Studium so erfolgreich ab, dass er 1959 direkt bei der Ford Motor Company im Advanced Styling Center unterkam. Es folgten bald weitere Jobangebote bei Firmen aus dem technischen Produktbereich als Visual Artist, die Mead mehr finanzielle und kreative Freiheit boten. Bis in die 70er Jahre arbeitet er auch für Philips, Sony und Chrysler.

Ender der 70er Jahre bekommt er den ersten Auftrag aus Hollywood. Für den ersten Kinofilm von Raumschiff Enterprise „Star Trek – The Motion Picture“ entwirft er Teile des V’ger-Raumschiffs. Darauf folgt „Blade Runner“, für den er Gerätschaften, Vehikel und Sets entwickelt, sowie „Tron“, für den er unter anderem die legendären Lightcycles entwarf.

Des weiteren designt er für James Camerons „Aliens -Die Rückkehr“ das Marines-Raumschiff Sulaco.

Bei all den fantastischen Visualisierungen bleibt Syd Mead aber ein bodenständiger Designer, was wohl auch seiner Zeit im Art Department von Ford oder Chrysler geschuldet ist, wo jede Designentscheidung an einem Wagen, die sich außerhalb der gewohnten Wahrnehmung bewegt, über mehrere Millionen Dollar an Umsatz entscheiden kann. Daher zeigt sich im Werk von Mead eine besondere Detailversessenheit selbst bei der Darstellung von futuristischen Gerätschaften und Automobilen, die zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit transportieren. Ein Ziel seiner Arbeit ist, dass das, was auf seinen Bildern zu sehen ist, als denkbare und realistische Konstruktion akzeptiert werden kann. Im Interview mit Joel Johnson von Boing Boing Gadgets kritisiert er den Hang zu Übertriebenheit des zeitgenössischen Produktdesigns: „Ich habe in meinem Studio einen Drucker, und warum muss er aussehen, als ob er sich mit 50 bis 100 km/h bewegt?“

Des weiteren erzählen seine Bilder, die große Szenerien zeigen (zukünftige Städteszenen, fremde Welten) immer eine Geschichte. Es sind Momentaufnahmen, um die man sich selber Geschichten ausdenken kann.

Das Besondere ist auch seine Technik: Als Designer alter Schule verwendet Mead Goauche-Farben auf Karton und dadurch entfalten diese Gemälde ihren ganz eigene Atmosphäre, die oftmals von einem positiven Blick auf die Zukunft und stilistisch von den 70er und 80er Jahren geprägt sind.

Für mich ist die Arbeit von Syd Mead schon lange eine große Inspirationsquelle. Auch ich hab meine Jugendjahre damit verbracht ordnerweise Bilder einer zukünftigen Welt zu zeichnen – Autos, Gebäude, Städte, Mode – und wie auch Mead aus seiner Kindheit erzählt, gab es nur wenige, die dies nachvollziehen konnten. Jedes mal, wenn ich denke, dass meine Zeichnungen und Grafiken nicht so toll sind, schaue ich mir seine Arbeiten an und es motiviert es mich weiterzumachen und es besser zu machen. Dass er diesen Funken, diese Motivation in mir aktiviert, dafür danke ich Syd Mead, auch wenn er das nie erfahren wird.

Die offizielle Website von Syd Mead

Ein Artikel von Architects Newspaper „The Future According to Mead

Hier noch ein Video, in dem Syd Mead über die technischen Entwicklungen der nächsten Jahre spricht und darunter das zweiteilige Interview mit Joel Johnson.


Und hier noch einmal eine generelle Übersicht seiner Werke, die Google an Bildern ausgibt.

Ein Gedanke zu „Inspirationsquelle Syd Mead

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