imm 2013 – Trends

Erstmal sei gesagt, dass man sich zwei Drittel der Möbelmesse schenken kann. Dort gibt es nichts zu sehen, was nicht nächste Woche in jedem erstbesten Möbelhaus vor der Stadt zu bekommen ist. Abseits von der Massenware gab es einige wenige Ausstellungsbereiche, die relevant waren, wenn man wissen wollte, was die Trends des nächsten Jahres sein werden.

1. Meshes, Polygone/Low-Poly-Style

Bei vielen Möbeln scheint es, als ob ihre Formen direkt aus dem Computer gekommen seien; Lampenschirme, die an Drahtgittermodelle aus 3D-CAD-Programmen erinnern. Bei Sitzmöbeln, Regalen, Tischen und Deko-Accessoires kann man einen Trend zu asymmetrischen Formen beobachten, die meist auf Dreiecken und Wabenformen basieren. Diese Möbel wirken wie nicht fertig gerenderte 3D-Modelle. Offensichtlich durchdringt dieser technische Aspekt mittlerweile auch das Möbeldesign. Gerade Linien und 90° Winkel werden bewusst zu Gunsten von Brechungen aufgegeben. Insgesamt eine angenehm frischer Trend, der Neues fürs Auge bietet. Auch wenn die runden und weichen Formen der loungigen Nuller Jahre noch vorherrschen, bekommen diese massive Konkurrenz.

Externe Beispiele:

Vondom – FAZ Collection

Vondom – Vertex Collection

 

2. Kräftige Farben

Dezentes blau, grau und beige gibt es immer und wird es immer geben, jedoch ist der Mut zu Farbe nicht zu übersehen. Immer noch nicht satt gesehen hat man sich wohl an grünen Farbtönen in der Bandbreite zwischen Limette und Pistazie. Auch das Kontrastprogramm aus Berry und anderen Magenta- und Violettabwandlungen scheint weiterhin beliebt zu sein. Diese Palette ergänzt sich bei verschiedenen Ausstellern noch um Varianten von Zitronengelb und 50 Shades of Petrol, sowie Senf und hellbraunen Tönen. Gold, Silber und Kupfer erweitern dieses Spektrum.

 

3. 60s everywhere

Wenn man eines mit Sicherheit sagen kann, dann dass die Sechziger gerade auch bei den Möbel ihr Revival erleben. Gerade bei dem höherpreisigen Segment italienischer Edelmarken macht sich der ‚Mad Man‘-Chic breit. Aber auch bei anderen Herstellern sieht man eine inflationäre, geradezu ermüdende Menge an Formen, die oft an bereits bekannte Möbelkassiker angelehnt sind. Man könnte eine 100 Meter lange Reihe von aktuellen Stühlen dieser Möbelmesse aufbauen, die alle eine Reminiszenz an den Eames DAW Chair sind. Solange angesichts andauernder Krisen und Unwägbarkeiten die Zukunft betreffend sich nichts ändert, wird uns auch dieser Trend in den nächsten Jahren noch weiter begleiten.

Ansonsten bleibt zu sagen: Holz geht immer. Gerade bei den exklusiveren Marken gibt es ein großes Angebot an sehr gut gearbeiteten Holzmöbeln. Nach einigen Jahren von Hochglanzoberflächen und MDF-Platten kombiniert mit Chrom kommt die Natürlichkeit zurück. Eine Entwicklung, der mit den obengenannten Trends durchaus Schnittmengen hat.

Da noch Zeit war, habe ich auch in den Küchenhallen vorbeigeschaut. Gestalterisch tut sich hier nicht viel. Weiterhin gilt: Geradlinigkeit, Edelstahl, High-Tech sind das non plus ultra, also das Gegenteil all der anderen Trends. Wohl kaum für einen anderen Raum der Wohnung oder des Hauses kann man soviel Geld lassen und bekommt die meiste technische Innovation. Interessant ist eine Entwicklung bei den Induktionsfeld-Kochplatten. In Zukunft wird man diese nämlich nicht mehr sehen. Man stellt seine Kochtöpfe und Pfannen einfach nur auf einem Bereich seiner Arbeitsplatte ab, an der man kochen will und ab geht’s. Kurios hingegen war, wie Dampfgarer angepriesen werden. Anscheinend kann man nicht nur sein Gemüse darin zubereiten, sondern auch Joghurt herstellen und seine Hemden auffrischen. Naja.

Zum Schluss noch ein paar schöne dekorative Dinge, die mir aufgefallen sind.

5 Gedanken zu „imm 2013 – Trends

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