Happy Birthday Hedy Lamarr

Wenn man unter Tausendsassa im Lexikon nachschlägt (insofern dieses Wort heute noch in Lexika aufgeführt wird), sollte eigentlich das Bild von Hedy Lamarr dort abgebildet sein. Frau Lamarr wäre heute 100 Jahre alt geworden, aber die bereits 2000 Verstorbene hätte mit ihrer Biografie zwei Leben füllen können.

1914 in Wien in ein bildungsbürgerliches jüdisches Elternhaus geboren, spielte sie bereits 1931 im Alter von 17 Jahren zusammen mit Heinz Rühmann und Hans Moser noch als Hedwig Eva Maria Kiesler ihre erste Hauptrolle. 1937 floh sie vor ihrer Ehe (die erste von sechs) und den Nationalsozialisten über Paris nach London, wo sie von Louis B. Mayer entdeckt wurde, dem zweiten M in MGM. In dieser Zeit änderte sie ihren Namen in Hedy Lamarr und wurde von MGM als schönste Frau der Welt vermarktet. In Hollywood wurde sie zu einer Stilikone der 40er Jahre, ihre Filme waren mal mehr mal weniger erfolgreich.

Wofür sie aber heute auch bekannt ist, sind ihre Erfindungen, welche sie bereits während ihrer Zeit als Schauspielerin entwickelte. Seit Anfang der 40er Jahre arbeitete Lamarr auch für das amerikanische Verteidigungsministerium und entwickelte zusammen mit dem experimentellen Komponisten George Antheil Torpedos, die funkferngesteuert per Lochkarte die Sende- und Empfängerfrequenzen ändern konnten, so dass diese schwer anzupeilen und weitgehend störungssicher waren. Dieses Prinzip des Frequenzsprungverfahrens wurde später für die Entwicklung von sicheren Verbindungen im Mobilfunk, bei Bluetooth und Wifi eingesetzt und somit haben wir dieser Frau eine Menge zu verdanken.

Vor zehn Jahren gab es schon einmal den Dokumentarfilm ‚Calling Hedy Lamarr‘, über den ich erstmals von ihr hörte und der über ihren Sohn und andere ihrer Lebensbegleiter ihre Geschichte erzählt. Auf youtube gibt es nur diesen kurzen Einblick:

Ironischerweise, und wie auch diesem Dokumentarfilm zu entnehmen, verbrachte Lamarr, als im weitesten Sinne als Mutter des Mobilfunks anzusehen, ihre letzten zwanzig Jahre zurückgezogen und ausschließlich telefonisch kommunizierend.

Auf jeden Fall eine außergewöhnliche Frau mit einer interessanten Biographie, von der man auch auf Gizmodo anlässlich ihres Geburtstags noch mehr lesen kann:

Remembering Hedy Lamarr, the Hollywood Star Who Helped Make Wi-Fi

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