Kunstinstallation wandelt Cola in Wasser

Das Prinzip ist einfach, die dahinterstehende Aussage jedoch schwer verdaulich. Der niederländische Künstler Helmut Smits hat mit seiner Installation ‚The Real Thing‚ eine Destille gebaut, die aus Cola wieder Wasser macht.

the_real_thing

Der Künstler will damit auf den Umstand hinweisen, dass es Teile dieses Planeten gibt, an dem man eher eine Flasche Cola als sauberes Trinkwasser bekommen kann:

When I looked at Coca-Cola that way, I saw dirty brown water, so it was logical to filter it back into clean drinking water, just as we do with all our waste water.

Schönes Statement.

(via dezeen)

Crowdfunding Kampagne für Hologramm-Projektoren

Tja, so schnell kann es gehen. Noch vor vier Tagen hab ich über die Fortschritte in der dreidimensionalen Projektionstechnik geschrieben und schon vorher kommen welche da her und starteten bereits am 21. Oktober eine fette indiegogo-Crowdfundingkampagne für ihr Produkt BLEEN. Dabei soll es sich angeblich um einen stylischen Holoprojektor in verschiedenen bereits ausgereiften Designs handeln, der so direkt aus dem Star-Wars-Universum kommen könnte. Ich sage angeblich, weil die Produzenten dieses Gerätes den Beweis der Funktionsfähigkeit im Gegensatz zu Burton Inc. vorerst schuldig bleiben. Das Funktionsprinzip ist aber, so wie ich es verstanden habe, das gleiche.

Man sollte sich von diesem Promovideo aber nicht blenden lassen und glauben, das Gerät gäbe es nächste Woche zu kaufen. Erstmal muss ja die Finanzierung für die Grundlagenforschung geschaffen werden. Da muss man sich auch fragen, wieso eine an sich so revolutionäre technische Entwicklung, die ja anscheinend schon zum Greifen nah sein soll, es nötig hat sich Geld über ein Crowdfundingportal zu erbetteln. Wären wir bereits so weit, dann würden wir schon von den Entwicklungen aus den Laboren von Samsung, Apple oder Google oder zumindest dem MIT oder der ETH Zürich hören.

Die Gründer von BLEEN berufen sich bei ihrem Know-How zudem auf die Forschungen des russischen Wissenschaftlers Dr. Vladimir Titar, der nun auch für BLEEN arbeitet und nach Aussage der Kampagnenseite sowjetische Patente auf die Entwicklung des Holografischen Fernsehens hält. Sein nur in Englisch(!) existierender und aus diesem Jahr stammender(!!) Wikipedia-Eintrag ist zudem von einer umstrittenen Minderwertigkeit, so dass man von einem Fake ausgehen muss.

Was lernen wir also daraus? Nicht alles, was auf Crowdfunding-Plattformen veranstaltet wird ist auch seriös, sondern eher Schlangenöl und kann sich somit auch als Vaporware entpuppen. Da halte ich es lieber mit den bescheidenen, dafür jedoch beeindruckenden Entwicklungen von Burton Inc. Das spiegelt wahrscheinlich eher den jetzigen Stand des technisch Machbaren wider und basiert auf echter Forschung und nicht nur auf marketingtechnischem Blendwerk.

(via psfk)

Masdar – High-Tech-Geisterstadt in der arabischen Wüste

Ein visionäres Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten einer sich selbst versorgenden CO2-neutralen Stadt. Ein Ort der zumindest in technischer und wissenschaftlicher Hinsicht zukunftsgerichtet sein sollte. Leider haben die wirtschaftlichen Faktoren der letzten Jahre dafür gesorgt, dass das ambitionierte Projekt der Ökostadt Masdar zu einer Geisterstadt verkommt. Das unten gezeigte Video zeigt dies und unterstreicht es zusätzlich noch mit einem eher bedrohlichen Klangteppich, was ich für höchst manipulativ halte. Eventuell ist ja jemand da draußen, der das Video mal mit einer fröhlichen bzw. positiven Melodie unterlegen könnte. Ich würde es hier posten.

MASDAR (OPENING SOON) CITY from QUARTIER LIBRE on Vimeo.

Die Zukunft der Arbeit

‚Humans Need Not Apply‘ von CGP Grey erläutert in 15 Minuten, die vor uns liegenden Herausforderungen in der Arbeitswelt durch zunehmende Automatisierung und Durchdringung vieler Arbeitsfelder durch Computer und Roboter. Dass diese Entwicklung das Verständnis von menschlicher Arbeit und ihrer Zukunftsfähigkeit in Frage stellt, scheint offensichtlich; welche gesellschaftlichen Konsequenzen daraus gezogen werden müssen, lässt das Video bewusst außen vor, da es nur die Ausgangssituation beschreibt. Dennoch werden wir uns mit einem Szenario auseinandersetzen müssen, in dem ein Großteil der Menschen nicht mehr einer (Erwerbs-)Arbeit nachgehen wird, denn die lächerliche Idee der Vollbeschäftigung ist nun mal ein Hirngespinst aus dem letzten Jahrhundert. Schlussendlich wird man sich wohl mit Ideen wie dem bedingungslosen Grundeinkommen oder negativer Einkommensteuer und der Besteuerung von automatisierten Prozessen auseinandersetzen müssen. Es wird nämlich verdammt eng für Menschen, insbesondere für Geringqualifizierte, wenn selbst das Burgerbraten von Robotern übernommen wird.

Christina Hendricks Sketch zur Lohnungerechtigkeit

Christina Hendricks, bekannt als Joan Harris in der Serie ‚Mad Men‘, verkörpert in ihrer Rolle als Office Managerin den Inbegriff der rothaarigen 60er-Jahre Sexbombe. Diese Rolle hat sie nun auch für einen Sketch für ‚Funny or Die‘ genutzt, in dem sie auf die immer noch vorhandene Ungleichbehandlung bei der Bezahlung von Frauen und Männern hinweist. Denn wenn sich Unternehmen aufführen, wie in den 60ern, dann tut sie es eben auch.

Anzeigen aus Technikmagazinen der 50er und 60er Jahre

Eine enorm große Sammlung von Printanzeigen u.a. heute noch bekannter High-Tech-Firmen aus den 50er/60er Jahren befindet sich im Flickr-Album von bustbright.

Die Fundstücke in diesem Album erzählen vom Aufbruch in eine raketen- und computerbetriebene Zukunft und befinden sich grafisch voll auf der Höhe der damaligen Zeit. Sie ermöglichen einen Einblick in die Geburtsphase des Silicon Valley und in das Entstehen des miltärisch-industriellen Komplexes. Denn wenn in den Anzeigen in bunten Farben und scherenschnittartigen Formen von Rechenleistung der Elektronenhirnen und Schubkraft von Antrieben die Rede ist, dann geht es nicht nur um das Rennen zum Mond, sondern auch immer um die Gefahren des kalten Kriegs und einem jederzeit möglichen Atomschlags des Gegners.

(via boingboing)

Die Krosse Krabbe eröffnet in Ramallah

Na, endlich mal gute Nachrichten aus Palästina. Die Fast-Food-Kette Salta 3 Burger hat eine 1:1-Kopie von Mr. Crabs Krusty-Krab-Burgerladen in Ramallah eröffnet. Dort gibt es natürlich auch den Krabbenburger und auf der Facebook-Seite spinnen sich die Fans einen Zusammenhang zwischen der israelischen Bodenoffensive und Planktons möglicherweise gelungenen Raub des Burger-Rezeptes zusammen. Wenn es nicht so traurig wäre…, aber meinen Respekt für so viel Unternehmergeist in solch harten Zeiten.

(via that’s nerdalicious! / laughing squid)

Der erste Familienroboter – Und Orwell rotiert im Grab

Dr. Cynthia Breazeal ist einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Robotik, insbesondere in der Forschung und Entwicklung von Robotern, die zu sozialer Interaktion und darauf basierendem Lernen fähig sind. Bekannt geworden ist sie durch ihre Arbeit am MIT, wo sie seit den 90ern Roboter entwickelte, die in der Kategorie der ‚sociable machines‚, der geselligen Maschinen geführt wurden.

Nun hat sie den nächsten Schritt gewagt und begibt sich in die Wirtschaft mit ihrem neuen Produkt JIBO, ein kleines putziges Haushaltshelferlein, das uns das Leben erleichtern soll:

Tolle Idee und all die großen Tech-Magazine sind begeistert. Auch ich bin total aus dem Häuschen, bei der Vorstellung, so ein halbwegs intelligentes System mein Eigen zu nennen, denn alles an diesem Teil schreit: die Zukunft ist hier!

Nicht umsonst hat das Crowdfunding-Projekt auf indiegogo, über das Breazeal das Startkapital zusammenbringen wollte sein Ziel von 100.000 $ innerhalb von drei Tagen mit bereits über 600% übererfüllt. Und das Ende der Kampagne ist erst der 15. August.

Aber war da nicht was? Gab es da nicht ein paar beunruhigende Nachrichten im letzten Jahr, die klargestellt haben, das ALLES, wirklich ALLES von Geheimdiensten abgeschnorchelt wird, was irgendwie im Netz landet?

Mich beschäftigt die Frage, wie eine intelligente Frau wie Dr. Breazal, der ich wirklich nichts böswilliges unterstellen kann und möchte, völlig unbeleckt von der Realität der Totalüberwachung mit dieser Entwicklung dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzen kann, ohne auch nur einen Moment die Tragweite zu ermessen oder auch nur vielleicht ein Problem in dieser Maschine zu sehen. Ist das eine Art amerikanischer Optimismus verbunden mit reiner Betriebsblindheit?

jibo02

In was für einer Welt leben wir, in der Menschen bereit sind sich für rund 500 $ (ein Schnäppchen für soviel High-Tech, nicht wahr?) einen NSA-Spion auch noch ins Haus zu holen, bei dem man nie sicher sein kann, ob er gerade die Gesichtserkennung aktiviert hat und unter Umständen anlasslos die Mitglieder der Familie mit den Gesichtern aus einer Extremistendatenbank abgleicht? Lauscht er mit, wenn am Esstisch politische Diskussionen geführt werden und spezifische Schlagworte fallen, die ein Familienmitglied als radikal einstufen könnten?

Ganz ehrlich, man kann sich ja schon heute nicht mehr sicher sein, wenn ein Smartphone im Zimmer liegt und jetzt also auch noch lernende Roboter, die unseren Alltag begleiten? Ich möchte die rein technologische Leistung der Gruppe um Dr. Breazal nicht schmälern und es ist legitim mit diesem Know-how auch in die Wirtschaft zu gehen und davon zu profitieren. Doch so ein Projekt zeigt auch auf verheerende Weise, wie wenig von dem Skandal der letzten Monate überhaupt in den Köpfen der Menschen angekommen ist.

Offensichtlich ist die Konditionierung der Konsumenten auf neue glänzende Produkte so perfektioniert, dass sie ihre Freiheit so bereitwillig verkaufen, wie es einst möglich war den Algonkin-Indianern für ein paar bunte Glasperlen die Insel Manhattan abzukaufen. Auch hier wird eines Tages die Geschichte über unsere Ära urteilen und ich denke das Urteil wird ungünstig ausfallen.

 

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