In Better News – 27.11.18

Schon lange hab ich keine guten Nachrichten mehr verbreitet. Und wen wundert’s? Schaut man sich um, sieht man eigentlich nur noch Degeneration der aufgeklärten humanistischen Gesellschaft, die wir uns zumindest in den letzten 70 Jahren vorgemacht haben. Demokratien bröseln hinfort, dumme machtbesessene Despoten an allen Ecken und Enden der Welt und die Aussichten für das Weltklima sind zur Zeit eher auf das schlimmstmögliche Szenario ausgelegt.

Dass die Menschheit schon bald gezwungen sein wird sich extrem einzuschränken und es Kämpfe um Ressourcen geben wird ist eigentlich ausgemachte Realität und dennoch lese ich jede Woche interessante Neuigkeiten aus der Forschung, die uns zumindest Hoffnung geben könne, dass die Überlebenden nach uns wesentlich effizienter und umweltfreundlicher leben werden.

Daher hier die erfreulichsten Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung der letzten drei Monate, die doch noch hoffen lassen:

Konzentrator-Photovoltaik mit höchster Effizienz – 41,4% Modulwirkungsgrad

Grundlage hierfür sind sowohl spezielle Mehrfachsolarzellen, als auch das Zusammenspiel zwischen der Zelle und der im Modul verwendeten Optik. Wie man beide optimieren kann, um das Potenzial der Technologie noch besser zu nutzen, hat jetzt ein Konsortium aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen im EU-geförderten Projekt CPVMatch gezeigt.

Rohstoffe: Forscher recyceln seltene Erden mit Mikroorganismen

In jedem Industrieland gibt es Seltene Erden. Sie sind allerdings nicht frei verfügbar. In winzigen Spuren stecken sie in Smartphones, Laptops, Magneten, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen. Sie zurückzugewinnen, wenn sie nach dem Ende ihrer Lebensdauer auf dem Wertstoffhof landen, ist bisher nahezu unmöglich.

This ‘two-faced’ membrane can create electricity—from nothing but salty water

These so-called Janus membranes, named after the ancient Roman god of gates and passages, can also be manufactured to have different-size pores and hold different charges, allowing them to accept different kinds of particles.

Purple bacteria ‚batteries‘ turn sewage into clean energy

Purple phototrophic bacteria — which can store energy from light — when supplied with an electric current can recover near to 100 percent of carbon from any type of organic waste, while generating hydrogen gas for use as fuel.

How algae and carbon fibers could sustainably reduce the athmospheric carbon dioxide concentration

Algae convert carbon dioxide from the atmosphere, power plants or steel processing exhaust into algae oil. In a subsequent step, this is then used to produce valuable carbon fibers – economically, as initial analyses show.

Weiterlesen

Unternehmergeist durch Katzenkacke

Überschriften sollen ja immer kurz und knackig sein, clickwert, sozusagen. Aber diese Headline stimmt auch. eine von der Royal Society veröffentlichte Studie zeigt, dass es wohl Zusammenhänge zwischen einer Infektion von Menschen mit dem sehr üblichen Katzenkotparasiten Toxoplasma gondii und deren Unternehmerverhalten gibt.

Dazu aus der entsprechenden Veröffentlichung:

Disziplinen wie Handel und Wirtschaft verlassen sich oft auf die Annahme von Rationalität, wenn sie komplexes menschliches Verhalten erklären. Es gibt jedoch zunehmend Hinweise darauf, dass das Verhalten gleichzeitig von infektiösen Mikroorganismen beeinflusst werden kann. Der Protozoen Toxoplasma gondii infiziert weltweit schätzungsweise 2 Milliarden Menschen und wurde mit Verhaltensänderungen bei Menschen und anderen Wirbeltieren in Verbindung gebracht.

Von den Studienteilnehmern (1495 Studenten), waren die mit einer Infektion wesentlich eher an einem Abschluss im kaufmännischem Bereich interessiert, als andere und es ist bei ihnen 1,8 mal öfter der Fall, dass diese sich auch selbständig machen. Diese Relation ist aus 25 Jahren Material durchgängig nachweisbar. Offenbar setzt die Infektion bei den Betroffenen die Versagensangst für unternehmerischen Herausforderungen herunter, sodass sie auch mal eher ein Risiko eingehen.

Also, jeder, der darüber nachdenkt, sich selbständig zu machen und noch zweifelt, einfach mal das Katzenklo mit den Händen sauber machen.

Kurzgesagt erklärt das ‚Bedingungslose Grundeinkommen‘

Das ‚Bedingungslose Grundeinkommen‘ (BGE) ist mindestens ein interessantes Konzept. Was die Konditionen und die Auswirkung der Umsetzung angeht, gibt es viele Meinungen. Ich selbst bin sehr ambivalent der Idee gegenüber, jedoch nicht, weil ich meine Mitmenschen grundsätzlich nicht für geeignet dafür ansähe, sondern, weil ich noch nicht sehe, wie dieses System idiotensicher gemacht werden könnte, damit wir am Ende nicht wieder genau so dastehen wie vorher nur mit höheren Preisen.

Kurzgesagt hat nun auch zu diesem Thema ein Video erstellt und beleuchtet die Vor- und Nachteile, so wie die offenen Fragen zum BGE bzw. UBI, wie es als englisches Akronym heißt. Diskutiert werden muss diese Idee allemal und wer weiß, vielleicht wird man in 50 Jahren die ganze Sache als so normal aber auch richtungsweisend ansehen wie einst die Einführung der Sozialversicherung durch Bismarck.

Für Leute, die schon alles haben: 1000 $ Blechdose

Wer noch ein Geschenk für Weihnachten sucht für Leute, die schon alles haben, kann vielleicht mit diesem Objekt punkten. Aus der Reihe „everyday objects“ aus dem Hause Tiffany & Co. kommt diese Blechkonservendose für gerade mal 1000 $.

Gearbeitet aus Sterling Silber und einem goldenen Vermeil im Inneren ist das Objekt bestimmt ein Hingucker in jeder Wertstofftonne.

Wenn das noch nicht reicht, hat Tiffany’s auch ein Garnknäuel aus silber (für die verwöhnte Katze, oder so) für schlappe 9000 $.

(via BoingBoing)

Markenlogos aus dem Gedächtnis gezeichnet

Sie umgeben uns überall, so dass wir sie fast gar nicht mehr wahrnehmen: die Logos von Schnellrestaurants, Elektronikunternehmen oder auch von Sportkleidungsfirmen. Doch wie gut kennen wir diese kommerzielle Ikonografie wirklich? Die Leute von signs.com haben dafür eine kleine Studie namens „Branded in Memory“ gemacht. Dafür wurde 156 Amerikanern der Auftrag gegeben bekannte Markenlogos (10 insgesamt) aus dem Gedächtnis zu zeichnen. Die Ergebnisse sind interessant und wurden in einem Koordinatensystem verortet, um die Zeichnung nach ihrer Genauigkeit zu kategorisieren.

Weiterlesen

In Better News… – 23.02.17

Die wöchentlichen Better News. Diesmal u.a. mit Schweinefleisch aus Stammzellen, dem Ende des Privatwagens, Steuern zahlenden Robotern und hilfsbereiten amerikanischen Muslimen.

Forscher wandeln ätzende Stickoxid-Abgase
in wertvolle Rohstoffe für Medikamente um

Es strömt durch einen Wäscher, der die Stickstoffoxide auswäscht. Der Wirkungsgrad liegt unter Laborbedingungen bei stolzen 99,7 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass unsere Methode auch in der industriellen Anwendung einen guten Wirkungsgrad erzielen wird.“

Scientists use stem cells to grow animal-free pork in a lab

Genovese is the chief science officer and co-founder of Memphis Meats, a foodie startup which aims to grow edible meat in a lab. Having last year debuted a lab-grown meatball, the company is now working on developing other meats and scaling its business.

Forscher machen Wasserstoff mit Salz und Sonne aus Wasser

Sie haben dazu einen grünen Farbstoff hergestellt, der wie Chlorophyll bei Pflanzen als Reaktionsbeschleuniger (Katalysator) funktioniert.


Umfrage: Privatwagen sind Auslaufmodell

„Das Auto wie wir es heute kennen ist ein Auslaufmodell“, sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Es gehe nicht mehr um den Besitz eines Verkehrsmittels, sondern darum, bequem von A nach B zu kommen.

The robot that takes your job should pay taxes, says Bill Gates

In a recent interview with Quartz, Gates said that a robot tax could finance jobs taking care of elderly people or working with kids in schools, for which needs are unmet and to which humans are particularly well suited.


Klimaschutz: Singapur führt eine Kohlenstoffsteuer ein

„Singapur ist verwundbar für steigende Meeresspiegel, die durch den Klimawandel verursacht werden. Gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft, müssen wir unsere Lasten tragen, um unseren Lebensraum zu erhalten“

Artificial Intelligence is Going to Destroy Fake News
(But A.I. can also cause the volume of fake news to explode.)

Using smart filtering and content analysis and natural language processing — these can all be used as signals to an algorithm that’s attuned to detect fake news, just like we have filters for spam to prevent it from getting into your inbox. There are ways A.I. can assist humans in identifying fake news, or in the future, do it automatically.


An effort by a Muslim group to raise $20K to fix a badly vandalized Jewish cemetery met its goal in three hours. (via twitter @JessicaHuseman)

Muslim Americans stand in solidarity with the Jewish-American community to condemn this horrific act of desecration against the Chesed Shel Emeth Cemetery.

Linktipps KW 09/15

Nach Serverproblemen, die providerseitig, freundlichst und schnell behoben wurden und weil ich irgendwie keine Zeit hatte, kommen die Linktipps KW 09/15 ein bisschen später.

Grafik

Erstaunlich realistische CGI sammeln David O’Reilly und Kim Laughton auf ihrem tumblr #HYPERREALCG. Meist steht bei den Bildern auch bei, mit welchem Programm diese realisiert wurden und wie lange die Renderzeit war. Teilweise erstaunlich wenig für die Ergebnisse. Ein Beispiel:

hyperrealcgi

Realistic self-portrait, nearly complete but need to spend more time on the eyes. Artist: dragon Software: sculpted in ZBrush rendered in Indigo Render time: 24 hours

(via Laughing Squid)


Design

Wie vermittelt man die Tätigkeit eines Grafikdesigners denjenigen, die nichts mit der Materie zu tun haben? Darüber haben sich die Grafikdesignerinnen Ellen Mercer und Lucy Streule Gedanken gemacht und die Darstellung der Profession in Kinofilmen untersucht. Dabei ist dieses kurze Video herausgekommen, welches zeigt, wie verzerrt das Bild doch oft ist.

(via It’s Nice That)


Wenn ihr mal nicht die richtige Schrift für euer Projekt findet, dann versucht doch mal metaflop, bevor ihr verzweifelt. Der metaflop modulator ermöglicht browserbasierte Typogestaltung, in dem man an entsprechenden Reglern die Charakteristika des Fonts anpassen kann.

metaflop

Das Ergebnis lässt sich dann als .otf-Datei ausgeben.

(via Creative Bloq) Weiterlesen

Linktipps KW 07/15

Diese Woche mit 10 Jahren YouTube, selbstfahrenden Fahrzeugen, einer Drohnenshow, einem Platinenplotter, Las Vegas von oben, Tokio ohne Außenwerbung, Snoop Doggs Marihuana-Fond, Star Trek Silbermünzen aus Tuvalu und mit dem blassen blauen Punkt, der unsere Heimat ist.

Web

Am Valentinstag 2005 hatten die drei Entwickler Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim besseres vor, als Mädels zu umgarnen. Sie starteten ein neues Projekt namens YouTube. Unglaublich, dass es das erst zehn Jahre gibt, irgendwie ist YouTube doch schon immer da gewesen. Naja, 10 Internetjahre sind ja auch wie 70 Menschenjahre.

Mashable hat anlässlich dieses Jubiläums die ganze Story: The revolution wasn’t televised: The early days of YouTube


Technik

Ebenso vor 10 Jahren undenkbar wie ein funktionsfähiges Videoportal im Internet waren selbstfahrende Fahrzeuge. Nachdem Google die ersten Testläufe in Kalifornien vornahm, hat nun auch in Großbritannien das erste ernstzunehmende Projekt dieser Art begonnen. Die LUTZ-Pods sind kleine Zweisitzer für kurze Pendelstrecken zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt in Milton Keynes ca. 60 km nördlich von London gelegen. Ist ein Anfang.

(via designboom)


Im Herbst startet in den Niederlanden die erste Drohnen-Stadion-Show in der Amsterdam Arena. Das Spektakel, mit dem Titel AIR, ist eine Mischung aus Drohnen-Air-Race, Choreografien und Zaubershow.

AIR Amsterdam – Rise with us from Fjuze on Vimeo.

(via Digital Trends) Weiterlesen

US- und UK-Pommes im Vergleich

Boing Boing hat die Ergebnisse der Untersuchungen der Inhaltsstoffe von McDonalds-Pommes aus den USA mit denen aus Großbritannien gegenüber gestellt. Erschreckend zu sehen, was den Amerikanern zugemutet wird, während die britischen Pommes eigentlich nur aus dem Nötigsten bestehen.

McDonalds-French-Fries-Ingredients112

Jetzt kann man sich ja mal überlegen, welche der beiden Varianten der Standard wären, falls ein Freihandelsabkommen mit den USA zustande käme. Die einfache, gesündere Version oder die, an der alle möglichen Produzenten von Lebensmittelzusätzen noch was dran verdienen könnten? Just sayin‘.

Der Tod der Zeitungen

Open Data City haben ein Datenvisualisierungs-Tool entwickelt, dass einem anhand der Auflagenzahlen zeigt, wie es um die Totholzmedien bestellt ist. Während auf der einen Seite vieles vor dem Aussterben bedroht ist…

… können andere sich nicht beklagen.

Andere scheinen nur ein kurzes Feuer gewesen zu sein, oder bedienen erfolgreich eine sehr spezielle Klientel:

Und dann gibt es noch die, deren Auflage selbst die ganzen Turbulenzen um den Verein drum herum nichts anhaben können:

(via Nerdcore/Spreeblick)

1 2 3 6