„Escape to Olganitz“ – Doku über das Nachtdigital Festival

Was in den 90ern als musikalische Bespaßung des Freundeskreises und der Dorfjugend in der ostdeutschen Provinz zwischen Leipzig und Dresden begann, hat sich bis heute zu einem größeren, dennoch familiären, Festival mit 3000 Besuchern und namhaften DJs entwickelt.

Die Doku von Philip Zeller, Florian Fischer und Yves Kasten, welche nun auf Youtube verfügbar ist, begleitet die Macher bei der Organisation des alljährlich stattfindenden Events und lässt auch die DJs zu Wort kommen. Ein schöner Einblick in die Entstehung des Nachtdigital Festivals voller Enthusiasmus aus einer Gegend Deutschlands, aus der man sonst nicht wirklich positive Nachrichten zu hören bekommt.

(via Fazemag)

Au revoir, France Gall

Der Krebs hat uns heute eine der großen Stimmen der europäischen Musikwelt genommen. Ich war eigentlich nie ein Fan der frankophonen Musik und schon gar nicht des Schlagers, aber France Gall, die heute im Alter von 70 Jahren ihrer Krankheit erlegen ist, hatte zumindest in meiner Wahrnehmung zwei herausragende Lieder.

Einmal ist da natürlich der Song „Der  Computer Nr.3“, welchen sie für die stocksteife Veranstaltung des deutschen Schlagerwettbewerbs 1968 mit swingender Verve vortrug und mehr als 40 Jahre vor tinder und Elitepartner eine Vision von der elektronischen Partnerwahl vermittelte.

Das andere Lied ist ihre Hommage an Ella Fitzgerald, „Ella, elle l’a“, mit dem sie nach einer 15jährigen Pause ihr großes Comeback hatte und 1988 in Deutschland vier Wochen auf Platz 1 der Charts blieb.

Digital Vegetable – Ein musikalisches LED-Treibhaus

Als ein Kunstprojekt an der Schnittstelle zwischen digitaler Welt und den biologischen Gefilden eines Treibhauses bildet „Digital Vegetables“ eine besondere Installation, die zur Zeit in Tokio steht.

Das Gewächshaus hat sieben Gemüsearten im Inneren, wobei jedes Gemüse bei Berührung einen anderen Klang auslöst. Die verschiedenen Klangeffekte wurden durch die Aufnahme von natürlichen Klängen wie „Berühren von Blättern“ und „Fressen von Früchten“ erzielt und dann vom Sounddesigner Ray Kunimoto mit verschiedenen Orchesterinstrumenten vermischt, um eine Melodie zu erzeugen. Dazu gibt es dann auch passend eine Visualisierung durch LED, die das ganze auch zur einem optischen Erlebnis macht.

でじべじ –Digital Vegetables– by PARTY from PARTY on Vimeo.

Puddles Pity Party – ein Clown, der die Clown-Ehre wieder herstellt

Mike Geier, der als Puddles Pity Party bekannte Lieder der Popgeschichte covert, ist mir nun schon öfter durch die Timeline gehuscht. Heute habe ich dann doch mal reingehört in seine Songs. Echt gut und schön zu wissen, dass es noch menschliche Clowns mit toller Gesangsstimme gibt und nicht nur Monster im Clownskostüm, die Nachbarschaften, Kinoleinwände oder Nationen terrorisieren.

Einem größeren Publikum wurde er bekannt durch seine Auftritte bei „America’s Got Talent“ im Mai dieses Jahres, wo er mit der seiner Version von „Chandelier“ sein TV-Debut gab. Kann man sich mal anschauen, wobei ich diese Künstler-Verheizshows eher missbillige. Aber offenbar weiß er dieses Forum perfekt zu seinen Gunsten zu nutzen.

Es empfiehlt sich aber auch ein bisschen auf seinem YouTube-Kanal zu stöbern. Da kann man auch mal ABBAs Dancing Queen in einer Emoversion anhören und die eigene Coulrophobie kurieren.

AUTOMATICA – Robots Vs. Music – Nigel Stanford

Vor fast drei Jahren hatte ich bereits eines von Nigel Stanfords experimentellen Musikvideos. In diesem hier lässt er einen Großteil der musikalischen Arbeit von Industrierobotern machen. Am Ende gibt es auch noch so eine Art Roboteraufstand (huch, Spoiler).

AUTOMATICA – Robots Vs. Music – Nigel Stanford from Nigel Stanford on Vimeo.

Wie man die Zeitverzögerung einer Facebook Live-Übertragung für ein Musikvideo nutzt

Die irische Band „The Academic“ haben für ihren Song „Bear Claws“ den technischen Umstand der zeitlichen Verzögerung einer Facebook Live-Übertragung genutzt und mit in den Aufbau des Videos integriert. Lässt sich zwar langsam an, aber im Gesamten zeigt dieses Beispiel auch, dass Musik im Grunde immer auch eine Zeitskulptur ist.

1 2 3 15