Neil Gaimans Rede anlässlich der Gedenkfeier zu Ehren Sir Terry Pratchetts

Jetzt ist es fast auch schon zwei Jahre her, dass Terry Pratchett von dem knochigen Typen DER IMMER SO REDET abgeholt wurde. „The Shepherd’s Crown“ liegt auf meinem Nachttisch und wenn ich Zeit habe lese ich ein Kapitel immer im Hinterkopf, dass ich danach nur noch die alten Geschichten lesen kann und es nichts Neues von der Scheibenwelt geben wird. Aber so ist das Leben und wie Neil Gaiman, der mit Sir Terry „Ein gutes Omen“ geschrieben hat, es in seiner Rede sagt, sollten wir einfach dankbar sein, für die zig Romane, die wir haben und nicht trauern, dass es keine mehr geben wird.

Was Gaiman sonst noch über Terry Pratchett zu sagen hat kann man sich in dem nun von der BBC veröffentlichten Beitrag von der Gedenkfeier zu Ehren des Autors anhören.

Podcast Tipp: My Dad Wrote A Porno

Very late to the party, aber da ja in Deutschland sowieso niemand Podcasts hört und englischsprachige wahrscheinlich noch weniger, könnte dieser Tipp ja doch auf offene Ohren stoßen.

My Dad Wrote A Porno“ ist ein unglaublich lustiger Podcast, in dem Jamie Morton – statt einfach vor Scham im Boden zu versinken – aus dem Werk ‚Belinda Blinked‘ seines Vaters liest, welches eigentlich ein erotische-pornographischer Roman sein soll. Aber die zahlreichen sexuellen Eskapaden seiner Protagonistin Belinda Blumenthal lassen nicht das geringste erotische Knistern aufkommen, was dem Umstand geschuldet ist, das Jamies Vater Sexszenen beschreibt wie ein 13-jähriger, der das Ganze nur vom Hörensagen kennt.

Befeuert wird die urkomische Situation von Jamies Freunden Alice und James, die als Zuhörer, Kommentatoren und Analysten die Lesungen begleiten, sich weglachen und oft genug peinlich berührt bis irritiert sind. Zusammen folgen sie der Geschichte der doch charakterlich recht blassen und erratisch handelnden Belinda, die sich feucht-fröhlich in ihrem neuen Job in der Töpfe und Pfannen Industrie (!) nach oben „arbeitet“.

Da gibt es formwandelnde Brüste, kommunikative Klitorides (das ist der Plural, ich habe es nachgeschaut) und eine Menge Oral- und Handakrobatik unter Einbeziehung der Cervix (anatomisch eine Unmöglichkeit). Dazu kommt eine Reihe divers bestückter Sales Manager, wollüstige Kolleginnen oder auch die dominante Duchess, mit der Belinda schwülstig-absonderliche Begegnungen hat.

Dass dieser Podcast NSFW ist, sollte klar sein, aber auch wenn man sich in der Öffentlichkeit befindet und ihn nur auf Kopfhörern hört, kann es sein, dass man unangenehm auffällt, da die Absurditäten der Geschichte und die Kommentare dazu einen oftmals unvermittelt lachen lassen.

Im anglophonen Raum der Podcast-Hit 2016, in dem in Spezialfolgen auch Prominente Fans wie z.B. Elijah Wood ihre Gedanken zur „Handlung“ äußern. Wer des Englischen mächtig ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Aber eventuell auch interessant für die, die ihre sprachlichen Kenntnisse in bestimmten Bereichen noch ausbauen wollen.

Via iTunes oder einem Podcatcher eurer Wahl zu finden.

‚Game of Thrones‘-Analyse: Abweichende Handlung zwischen Buchvorlage und TV-Serie

Mit der fünften Staffel von ‚Game of Thrones‘ verabschiedet sich die Fernsehserie langsam von der Buchvorlage ‚Das Lied von Eis und Feuer‘, was wohl bedeutet, dass in Zukunft die Protagonisten in anderen Zusammenhängen sterben, was sie ja erfahrungsgemäß alle irgendwann tun (Valar morghulis und so). Wie genau es sich mit den Handlungsverläufen und Abweichungen verhält lässt sich in dieser informativen tabellarischen Übersicht einsehen.

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(via Sploid)

Terry-Pratchett-Graffitis in England

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Brick Lane, London

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Stokes Croft, Bristol

Gut zwei Wochen nach Pratchetts Tod sind nun Graffitis ihm zu Ehren in London und Bristol entstanden. Die Motive bedienen sich im Stil an den Buchcovern für die Pratchett-Romane, die ursprünglich von Paul Kidby gestaltet wurden.


Eine schöne Geste, die zeigt, wie vielfältig die Fangemeinde dieses Autors ist.

(via The Telegraph)

The world has lost one of its brightest, sharpest minds – R.I.P. Terry Pratchett

Das Herz ist mir schwer, denn am heutigen Tag starb Sir Terry Pratchett. Es mag größere Literaten auf dieser Welt geben und gegeben haben, aber auf meine Leseerfahrung hatte er wohl größeren Einfluss gehabt, als irgend jemand sonst.

48 seiner Bücher stehen in meinem Regal, die meisten in deutscher Übersetzung von Andreas Brandhorst, die späteren in Englisch und die neuesten Romane der letzten Jahre, die aufgrund ihrer stilistischen und inhaltlichen Qualität, gemischte Reaktionen beim Publikum hervorriefen, habe ich nicht mehr gekauft. Der letzte Roman, den ich las, war ‚Snuff‘ (‚Steife Prise‘), die letzte Geschichte jedoch, die mich wirklich berührte war ‚I shall wear midnight‘ (‚Das Mitternachtskleid‘), der vierte und letzte Teil der Geschichten um die heranwachsende Junghexe Tiffany Aching.

Ich erinnere mich, dass ein Rezensent auf Amazon schrieb, dass Terry Pratchett sich in gewisser Weise bereits mit diesem Roman von seinen Lesern verabschiedete. Zum Erscheinungszeitpunkt im Jahre 2010, lebte er bereits zwei Jahre mit der Alzheimerdiagnose, von der er sich nicht abhalten ließ, weiter seiner Tätigkeit als Schriftsteller nachzugehen und nicht den Humor zu verlieren. Er unterstützte derweil auch die medizinische Forschung auf diesem Gebiet und wäre sogar bereit gewesen einen Maulwurfshintern zu essen, wenn es denn gegen die Krankheit helfe würde, wie er zitiert wird.

Die Diagnose machte ihn aber auch zu einem prominenten Fürsprecher der Sterbehilfe bzw. des selbstbestimmten Sterbens, eine Option, die er nicht in Anspruch nahm, als er heute im Kreise seiner Familie und seiner bei ihm schlafenden Katze verstarb. Weiterlesen

Margaret Atwood ist erste Autorin für die Zukunftsbibliothek

Die Künstlerin Katie Paterson hat das Projekt der Future Library ins Leben gerufen; eine Bibliothek, welche unter der Schirmherrschaft der Osloer Deichmanske Bibliothek für die nächsten hundert Jahre jedes Jahr jeweils ein Buch eines Autors bzw. einer Autorin in dieses Archiv legt. Das besondere ist, dass niemand von uns diese Texte jemals zu Gesicht bekommen wird, da sie eigens für dieses Projekt zur Verfügung gestellt wurden und daher bis 2114 unveröffentlicht bleiben.

Zu Beginn des Projekts wurde eigens ein Wald angepflanzt, um sicherzustellen, dass die gesammelten Werke in einhundert Jahren auch noch im größeren Maße auf Papier veröffentlicht werden können. Eine entsprechend für diesen Zweck angelegte Druckerei ist geplant.

Future Library, Katie Paterson from Katie Paterson on Vimeo.

Die kanadische Autorin Margaret Atwood, besonders bekannt für ihren dystopischen Roman ‚Der Report der Magd‘, konnte als Erste für das Kunstprojekt gewonnen werden. Sie steuerte einen Text bei, den außer ihr, nicht mal Paterson, kennt. Atwood die ein grundsätzlich kindliches Bedürfnis im Vergraben von Schätzen sieht, damit jemand sie später entdecken kann, betrachtet dieses Projekt auch als ein Sinnbild für die Kommunikation zwischen Autor und Leser, die immer eine über eine gewisse Spanne in Raum und Zeit ist. In diesem Fall eben mal ein bisschen länger.

Margaret Atwood – the first writer for Future Library from Katie Paterson on Vimeo.

(via Gizmodo)

Lesereihenfolge für Terry Pratchett Romane

Ich kannte bereits diese deutsche Version, die schlüssig ein Schema zeigt, wie man am besten die Pratchett-Romane liest, aber die neue englische Version von Krzysztof Kietzman, welche nun im L-Space veröffentlicht wurde ist dazu auch noch liebevoll illustriert; sogar mit einer Bananenschale. Ugh!
Ein Klick auf das Bild führt zur größeren lesbaren Version.

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Landschaftsskulptur aus Lexikon

Ich schrecke ja immer ein bisschen zurück, wenn jemand Bücher in einer Weise benutzt, für die sie nicht vorgesehen sind. Man hat ja vermittelt bekommen, dass Bücher das Wissen der Menschheit transportieren und einem neue Gedanken und Gefühlswelten eröffnen können; das gilt meines Erachtens sowohl für Sachbücher wie Romane. Ebenso hat man im Hinterkopf immer das Bild von Bücherverbrennungen, wenn es darum geht das Wissen und damit die Freiheit von Menschen einzuschränken.

Guy Laramée hat weniger Skrupel in Büchern etwas anderes zu sehen, als nur ein wissensvermittelndes Medium. Für ihn sind sie das Medium seiner kreativen Ausdrucksform, welche das Schnitzen von Landschaften ist. Nach seiner Aussage ist diese Umdeutung des Buches, als Vorlage für seine Landschaftskulpturen, ein Ausdruck, die Erosion von Kultur darzustellen.

Zur Demonstration dieses Prinzips hat er sich eine Reihe der Bände der Encyclopedia Britannica vorgenommen und diese eine Landschaft umgewandelt, die von den Berggipfeln bis runter ins durchfurchte Tal reicht. Zu diesem Werk mit dem bezeichnenden namen ‚Adieu‘, als Abschied an das gedruckte Wort, gibt es dieses atmosphärisch stimmige Video:

Adieu / Guy Laramée from Colossal on Vimeo.

British Library stellt 1 Million historische Bilder auf flickr

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Ein etwas größeres verfrühtes Weihnachtsgeschenk der British Library. Auf dem flickr-Account der Institution sind 1 Millionen Illustrationen, Kupferstiche, Landkarten u.v.m. aus dem 17. bis 19. Jahrhundert unter Public-Domain-Lizenz bereitgestellt worden.

Aufgrund der großen Menge unsortierten Materials hofft die British Library nun mit einer Crowdsourcing-Kampagne Ordnung schaffen zu können.

There are very few datasets of this nature free for any use and by putting it online we hope to stimulate and support research concerning printed illustrations, maps and other material not currently studied. Given that the images are derived from just 65,000 volumes and that the library holds many millions of items.

Alle Toten in „Das Lied von Eis und Feuer“

Der Stift ist wohl mächtiger als das Schwert, zumindest, wenn er von George R.R. Martin geschwungen wird. Jemand hat sich die Mühe gemacht jeden Todesfall in den einzelnen Romanteilen mit einem Post-It zu versehen und dies bei reddit zu posten. Sieht ganz schön verheerend aus.

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