Das letzte Meme des Jahres – gegenläufige Bild-Text-Qualität

Schwer in einer Headline zu beschreiben, aber eigentlich ganz einfach. Man nehme ein Originalbild mit der passenden Beschreibung/Slogan/Aussage. Diese werden nun iteriert, wobei die Bilder immer schlechter werden (entweder durch kaputt digitalisieren oder jeweiliges nachmalen der vorherigen Vorlage) und die Beschreibungen immer ausführlicher.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, daher:

Wie man sieht, entwickelt sich das dann oftmals zu rudimentären Kritzeleien mit dazugehörigen naturwissenschaftlichen/kulturhistorischen Abhandlungen.

Mehr davon gibt es z.B. in dem reddit-Forum coaxed into a snafu unter dem Stichwort „increasingly verbose„, was soviel heißt wie ‚zunehmend ausführlicher‘.

Ein sehr geometrisches Video für das ‚Quartett für das Ende der Zeit‘

Das ungewöhnliche Stück ‚Quartett für das Ende der Zeit‘ von Olivier Messiaen wurde 1941 im Görlitzer Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A komponiert und uraufgeführt.

Passend zu diesem Werk hat nun Simon Russell in Zusammenarbeit mit dem Mathematik-Professor Marcus du Sautoy eine interessante visuelle Ergänzung zu der Komposition erschaffen, deren Formen alle auf grundlegenden mathematischen Prinzipien basieren, wie zum Beispiel dem goldenen Schnitt oder der Fibonacci-Reihe.

Quartet for the End of Time/The Crystal Liturgy from Simon F A Russell on Vimeo.

Mehr Erläuterungen zu diesem Projekt und den theoretischen Grundlagen der Visualisierung finden sich auf der dazugehörigen Seite Behance-Seite.

Black Mirror Folgen als alte Comictitel

Butcher Billy, selbst ernannter Kulturmetzger, hat sehr schöne Comictitel zu diversen Folgen der Media-Dystopie Black Mirror erstellt. Jedes Cover fasst auf geschickte Weise die Essenz der jeweiligen Folge im Stil billiger Comicheftchen aus den 60ern zusammen.

Black Mirror - San JuniperoBlack Mirror - Nosedive

Auch zur ersten Episode der ersten Staffel hat er das passende Motiv gefunden. :-))Black Mirror - The National AnthemDiese Motive und viele der anderen fabelhaften Arbeiten von Butcher Billy kann man auch als Drucke u. ä. in seinem Shop kaufen.

Die Farbe des Jahres 2017 von Pantones Gnaden

Die Verantwortlichen bei Pantone haben mal wieder eine Flasche Bollinger geköpft, sich einen Hermès-Schal über die Augen gelegt und mit einem Dartpfeil in eines ihrer Farbbücher gezielt. Nachdem sie letztes Jahr anscheinend mit Rosenquarz und Serenity zwei Seiten gleichzeitig durchschossen hatten, blieb der Pfeil diesmal in den Grüntönen hängen. Somit ist die Farbe des Jahres 2017 „Greenery“, in Deutsch in etwa sowas wie ‚grüne Zweige‘ oder salopp ‚Grünzeug‘.

Der frische gelbgrüne Farbton Greenery symbolisiert das Wiedererwachen der Natur im Frühling und ist ein Sinnbild für Neuanfang und neues Leben. Greenery hat die Anmutung von jungen, frischen Blättern und Trieben und vermittelt Kunden das Gefühl, tief einzuatmen, um Sauerstoff und neue Kräfte zu tanken.

Abgesehen von der Manipulation von Kunden durch diese Farbe, bleibt es in diesen Zeiten natürlich nicht aus auch auf die gesellschaftliche Bedeutung der Farbe hinzuweisen.

Greenery ist ein Symbol für unsere neu aufkeimende Hoffnung, unsere Sehnsucht nach leben in einem schwierigen sozialen und politischen Umfeld. […]

Na denn, dann bin ich ja mal gespannt unter welcher Flaggenfarbe die Separatisten im kommenden amerikanischen Bürgerkrieg auf ihrem Marsch nach Washington niedergemetzelt werden.

In Malmö eröffnen kleine Mäuseläden

In Malmö haben die bisher anonymen Street-Artists von Anonymouse kleine Fachgeschäfte für Mäuse installiert. Die Liebe zum Detail macht das Modell zu einem echten Hingucker. Die Miniatur beinhaltet zum einen das Nussgeschäft „Noix de Vie“, sowie anscheinend ein italienisches Mäuserestaurant namens „Il Topolino“. Perfektioniert wird die Installation durch die vielen kleinen Details, von Möbeln für die Außengastro, einem ollen Stromkasten, einem an der Wand lehnenden Fahrrad, bis hin zu Plakaten für mausbezogene Ausstellungen und Filme.

LOVING the @anonymouse_mmx spread. Pic from @svdkultur http://www.svd.se/muskvarter-i-malmo-vaxer/i/senaste

A photo posted by Papa Dont Preach (@stoffskichronicles) on

(via Bored Panda)

Ungewöhnliches Porzellan 10

Jedes Mal, wenn ich einen neuen Artikel mit diesem Thema anfange, frage ich mich, warum ausgerechnet dazu immer wieder was zu finden ist. But here we go again!

Tim Kowalczyk kreiert unter anderem Kaffeetassen, die aussehen, als ob sie aus Fein- bis Mittelwelle-Wellpappe zusammen geklebt wären. Der realistische Anschein wird noch durch Aufdrucke, Resten von Etiketten und Paketband-Streifen verstärkt.

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(via Design Stories)


Unter dem Titel „Denkmäler des Irrtums – Hoffnung von Gestern – Folklore von Morgen“ vertreiben Mia Grau und Andree Weissert dekorative Wandteller mit pittoresken Ansichten deutscher Atomkraftwerke in Delfter Blau, die die Unausweichlichkeit zur Auseinandersetzung mit diesem Jahrmillionen-Erbe aufzeigt. Auf atomteller.de gibt es den Einzelteller für 39,- €, alle 19 Motive für 680,- €. Wenn das nicht mal was für Weihnachten ist!

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(via Nerdcore)


Der Porzellankünstler John de Fazio erschuf eine Keramik-Bong, die aussieht, wie der Kopf des Regisseurs John Waters. Weird. Zu sehen gibt es das Exponat derzeit in der ‚Venus over Manhattan‚-Ausstellung in Los Angeles.

john-waters-bong

nikkiswarm/instagram

(via Dangerous Minds)

3D Renderings mit 80er Jahre Nostalgie

Mike Campau ist Digital Artist und dürfte ungefähr meine Generation sein. Für seine Serie „Generation Gap“ hat er daher auch einige Gegenstände des kindlichen Alltags in den 80er Jahren, wie Cornflakespackungen, Spielkonsolen und andere Accessoires, in 3D Renderings verarbeitet. Schöne bunte Eindrücke einer vergangenen Zeit, in einem sehr cleanen Look.

mike-campau

Star Trek gegen Trump

Eine Vielzahl der Mitglieder der großen Star Trek Familie wie Schauspieler, Produzenten und Angehörige der Familien Roddenberry und Nimoy haben sich in einem Statement gegen die grauenvolle Möglichkeit eines Präsidenten namens Trump ausgesprochen. Sie rufen dazu auf sich für die Wahlen registrieren zu lassen (auch schon an sich ein Unding dieses Prozedere, aber anderes Thema) und nicht für einen Kandidaten zu stimmen, der das komplette Gegenteil all der humanistischen und progressiven Werte ist, für die der
TV-Klassiker und seine Charaktere stand und steht:

Never has there been a presidential candidate who stands in such complete opposition to the ideals of the Star Trek universe as Donald Trump. His election would take this country backward, perhaps disastrously. We need to elect a president who will move this country forward into the kind of future we all dream of: where personal differences are understood and accepted, where science overrules superstition, where people work together instead of against each other.

Der komplette Wortlaut und die Liste der Unterstützer ist auf der Facebook-Seite der Initiative nachzulesen.

(via Good)

Computer und Musik – Damals und Heute

Zwei Interessante Artikel flogen diese Woche durch meine Timeline, die beide mit Computern und Musik zu tun haben und zeigen, wie der Computer vom Instrument zur kreativen Erzeugung von synthetischen Klängen zu einem selber gestaltenden Mitspieler in der Kunst geworden ist.

Bereits 1951 hat Alan Turing den ersten programmierbaren Rechner Manchester Mark I dazu gebracht mit seinen Warntönen „God Save the Queen“ zu spielen und hat somit den Grundstein für Synthesizer-Musik gelegt. (via engadget)

Zugegeben, ich habe schon Festplatten und Diskettenlaufwerke im Zusammenspiel gehört, die besseren Sound produziert haben, aber immerhin.

Den anderen Artikel las ich auf Quartz, in dem behauptet wird, das eine künstliche Intelligenz aus dem Hause Sony, zum ersten Mal überhaupt selbständig einen Popsong komponiert hat. Ob man das so stehen lassen kann ist fraglich. Es ist natürlich schon eine interessante Leistung für eine KI aus einem riesigen Fundus an Musik herauszufinden, was passende Melodien sind und dann daraus was Neues zu erschaffen, aber erstens ist das nicht das erste Mal, wie einige Kommentatoren unter den YouTube-Videos richtig hinweisen und zum Zweiten sind die Texte zu den Liedern von einem Menschen hinzugedichtet worden. Nicht verwerflich, sowas nennt man wohl eine Koproduktion von Mensch und Maschine. Zumal es ja durchaus auch schon KI-Bestrebungen gibt, Texte zu schreiben, wie ich bereits in diesem Artikel schon mal präsentiert habe.

Auf jeden Fall sind das die beiden Werke der KI aus dem Sony CSL Research Laboratory; „Daddy’s Car“ und das wesentlich schrägere „Mr. Shadow“.


Star Trek – Das erste halbe Jahrhundert

Heute vor 50 Jahren, am 08. September 1966, wurde die erste Folge von Star Trek in den USA ausgestrahlt. In unruhigen Zeiten des kalten Krieges und des Vietnamkrieges, sowie generell großer gesellschaftlicher Umbrüche erschien diese Serie auf den Bildschirmen, die den Menschen von einer Welt im 22. Jahrhundert erzählte, in der die Völker der Erde in Eintracht mit etlichen anderen außerirdischen Zivilisationen zu den Sternen aufbrachen, um Neues zu entdecken und in der es gewagt wurde, den ersten Kuss zwischen Schwarz und Weiß ins TV zu bringen. Natürlich gab es auch hier immer wieder Konflikte, besonders mit den Klingonen, die symbolisch für die Sowjets standen und diese Auseinandersetzungen waren oft kämpferischer Art aber eben nicht immer.

Mein erster echter Kontakt mit Star Trek muss um 1988 gewesen sein und ich war ca. 11 Jahre alt. Mein Einstieg war aber nicht die Originalserie, sondern der Nachfolger „The Next Generation“, wobei der deutsche Titel „Das nächste Jahrhundert“ zwar korrekt aber irgendwie plump war. Zu dieser Zeit, liebe Kinder, musste man, wenn man eine aktuelle Serie außerhalb des Fernsehprogramms sehen wollte, noch das Haus verlassen und einen Ort namens Videothek aufsuchen, der immer etwas nach staubigen Büroteppich und kaltem Kaffee roch, um dort nummerierte Plastikschlüssel-Anhänger von Regalen voller bunter Plastikhüllen zu nehmen, um sie einem mehr oder weniger motiviertem Mitarbeiter an der Theke im Austausch gegen buchgroße Plastikkassetten mit Magnetbändern drin zu übergeben.

So kam ich in den Genuss die ersten Folgen dieser neuen Serie zu sehen und war angefixt für den Rest meines Lebens. Auch wenn sich TNG erst etwas lahmarschig entwickelte wurde es spätestens ab der dritten Staffel die Serie, an der sich andere SF-Serien (auch aus dem selben Universum) lange messen lassen mussten. Für mich waren nicht nur die Geschichten interessant, sondern auch meine ästhetische Prägung, was Interior- und Grafikdesign anging wurde nachhaltig von den Star Trek Serien beeinflusst.

Anlässlich dieses Jubiläums habe ich hier ein paar Links zusammengestellt, die in letzter Zeit durch meine Feed-Timeline kamen. Weiterlesen