Mode direkt aus einem postapokalyptischen 22. Jahrhundert

Ich schreibe ja echt nicht oft über Mode, da es mir im Grunde zu oberflächlich ist, außer es ist irgendwie mit Technik oder anderen meiner Themengebiete verquickt. Aber von den Kreationen des bulgarischen Labels Demobaza bin ich doch sehr angetan.

Das Designerduo Demo und Toro, das bereits seit 2008 zusammen arbeitet, brachte 2012 ihre erste Sommerkollektion heraus. Seit dem folgen sie immer der Idee der futuristischen Dekonstruktion bestehender Elemente. Als Ausgangspunkt ihrer Arbeiten steht oft die Uniform, welche neu interpretiert auch die Lebensrealität ihrer Heimat reflektiert; den Beton, den Wald und den sozialistischen Geist.

In der Gegenwart des Jahres 2018 eher untragbar für Normcore-Menschen, die wir meisten ja sind, wirken die Kollektionen wie aus postapokalyptischen und/oder Cyberpunk-Filmen. Neben der Extravaganz hält mich leider auch der Preis einzelner Teile davon ab, auch nur über den Erwerb nachzudenken. Aber alles in allem sehr interessante Stücke dabei unter anderem auch Rucksäcke und abgefahrene Schuhe. Hier ein paar Eindrücke aus verschiedenen Kollektionen:

Die Entdeckung der mittelalterlichen Stadtplanung

Sind mittelalterliche Städte natürlich gewachsen, oder gab es auch schon in der angeblich dunklen Zeit der letzten Jahrtausendwende feste geometrische Planungen? Die Dokumentation, die ich heute auf YouTube entdeckte, berichtet von den in Fachkreisen als kontrovers angesehenen Entdeckungen einer “heiligen“ Geometrie, die mit Kirche oder Dom als Ausgangspunkt viele alte Städte wie Freiburg und Speyer eine klare vorausschauende Planung gegeben haben und so der allgemeinen Vorstellungen chaotisch gewachsener Siedlungen widersprechen.

McMansion Hell: Geschmacklose Suburb-Architektur auseinandergenommen

Eine Mansion, zu deutsch in etwa Villa, ist die Idealbehausung des amerikanischen Traums. Ein großes repräsentatives Haus, dass auch nach außen zeigen soll, dass man „es geschafft hat“. Manche Menschen (hier hauptsächlich Amerikaner) übertreiben bei dieser Sache aber auch etwas, was oft damit zusammenhängt, das beim Hausbau oft zu viel Geld mit zu wenig Geschmack in Verbindung kommen.

Die architekturbegeisterte Bloggerin (oder bloggende Architektin) Kate Wagner, hat diese Art der Architektur McMansion genannt und entsprechende Kriterien herausgearbeitet, ab wann ein Haus diese erfüllt. Alles, was für eine durchschnittliche amerikanische Familie mit 2.5 Kindern als überflüssig angesehen werden kann, sind die Grundlagen für die Definition einer McMansion. Das heißt konkret: Mehr als 280 m² Grundfläche, fünf oder mehr Schlafzimmer,  drei oder mehr Badezimmer und eine Garage für drei Autos.

Doch das wichtigste ist das äußere Erscheinungsbild dieser Architektur-Gräuel. Absurde Stilmixe, unpassende Materialien, unnötiger Stuck und viel zu viele Giebel, lassen Kate Wagner keine Ruhe und mit viel Humor nimmt sie alle zwei Wochen auf ihrem Blog „McMansion Hell“ die hässlichsten Häuser der Welt von oben bis unten unter die Lupe und gibt gleichzeitig einen Einblick, was gute Architektur und gutes Design von den vorgestellten Abstrusitäten unterscheidet.

87-jährige kreiert große Kunst mit MS Paint

Was ist das eigentlich mit alten Leuten und MS Paint? Als Grafiker ist dieses Programm ja (natürlich) der Antipode guter grafischer Gestaltung. Aber offenbar hat es Qualitäten für Menschen, die nie was anderes vorgesetzt bekommen haben.

So wie bei der 87-jährigen Concha García Zaera, die von ihren Kindern einen PC geschenkt bekam und in der Zeit, als sie sich um ihren kranken Mann kümmern musste und nicht aus dem Haus kam, begann mit MS Paint Motive von Postkarten nachzumalen.

Nachdem ihre Tochter ihr nahe legte, die Motive nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Instagram zu teilen hat die gute Frau innerhalb weniger Tage eine Gefolgschaft von 151.000 Fans aufgebaut.

Die Bilder Zaeras sind wirklich akribische Kunstwerke sonniger Landschaften, in einem sehr klaren, fast sterilem Stil, für die sie bis zu zwei Wochen benötigt. Aber es entbehrt ihnen nicht ein gewisses Maß an Gefühl für Licht und Schatten, die einen fast die Wärme der Sonne spüren lassen. Also, lasst die Sonne rein und wandert durch die sommerlichen Pixel-Landschaften auf ihrem Instagram-Account.

Fisch frisst Fisch in dieser Zoetrop-Maschine

Dieses dreidimensionale Zoetrop zeigt wie ein Fisch einen anderen Fisch wegschnappt. Um genau zu sein ist es ja derselbe Fisch, wenn man sich das so anschaut. Es ist bereits die zweite Arbeit von Kevin Holmes, welche er mit einem 4-Mation Zoetrop-Bausatz realisiert hat.

Eine Raumstation als Ferienprojekt

Über 90 Kinder haben in einem Sommercamp in New Hampshire als ihr gemeinsames Projekt eine verlassene Raumbasis im Wald gebaut. Die Salvage Station No. 8 ist sozusagen die Abschlussarbeit, in der die Kinder unter Anleitung des Künstlers Shing Yin Khor ihre über den Sommer erlernten Fähigkeiten in den Bereichen Zimmerei und Malerei präsentieren konnten.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und könnte gut in einem SF-Film als Kulisse dienen.

Aber nicht nur das Äußere überzeugt, sondern auch die Details im Inneren sind toll. Also wenn von hier aus nicht der Schutzschirm für einen Todesstern gesteuert wird, weiß ich auch nicht.

Mehr Bilder dazu gibt es auf der dazugehörigen Projektseite.

(via Bored Panda)

Endlos-Pfannekuchen

Das ist ja eine coole Art der Pfannekuchenproduktion! Ist ja mehr ein Tonnenkuchen, oder Trommelkuchen. Fehlt eingentlich nur noch ein stetiger Strom an flüssigem Nutella am Ende des Vorgangs.

Endless Pancake Machine

Wer so eine patente Maschine haben will, sollte mal hier vorbeischauen: endlesspancake.com

Eine Amethystdruse aus Schokolade und Zucker

Das ist ja so genial, und bestimmt nicht einfach in der Entwicklung gewesen. Diese Amethystdruse, die der Konditorlehrling Alex Yeatts erschuf, besteht innen aus violetten Zuckerkristallen und außen aus einer Hülle aus Schokolade. Von einem Original kaum zu unterscheiden.


Hier auch noch das Video der mit Spannung erwarteten Öffnung des Meisterwerks.

(via That’s Nerdalicious)

Miniatur Retro-Synthesizer aus Papier

Total hübsche kleine Basteleien von Dan MacPharlin, der neben seiner Arbeit als Designer und Illustrator auch noch Zeit findet Miniatur-Synthesizer aus Papier zu bauen. In seinem Flickr-Album Analogue Miniatures sind die Ergebnisse dokumentiert.

Hexatron

Paul’s Set

(via Colossal)

Ein Nerd-Habitat im Maßstab 1:6

Sieht Hank Chengs Devotionalienraum irgendwie seltsam aus? Abgesehen vom sehr nerdigen Inventar? Nein?

Das Geheimnis zeigt sich wenn man Hank Chen dazu sieht.

Dieses wahnsinnig detaillierte Model im Maßstab 1:6 ist nur eines von vielen fantastischen Miniaturen, die man auf Chengs Facebook-Seite bewundern kann. Unter anderem hat er auch ein Modell des postapokalyptischen Tokios in 1:2500 gebastelt.

(via Nerd Approved)

1 2 3 8