Die Geschichte der Futura

Mein Vater, seines Zeichens gelernter Schriftsetzer, findet die Futura schrecklich, wegen der unterschiedlichen Oberlängen der Gemeinen, also der Kleinbuchstaben. Aber so wie ich das verstehe ist er generell nicht so ein großer Fan der Bauhaus-Entwicklung, zu der nun mal auch die Futura gehört.

Eine kurze Abhandlung über die Geschichte dieser serifenlosen Schrift, die bis heute vielfach genutzt wird, kann man sich in diesem Video anschauen.

(via Doobybrain)

Flughafen Amsterdam Schiphol 1916 – 2016 Animation

Amsterdams Flughafen Schiphol hatte am 16. September 100-jähriges Gründungsjubiläum und diese Animation zeigt in detaillierter Form den Ausbau auf dem Gebiet des trockengelegten Haarlemmermeer von den Anfängen bis heute.

(via kfmw)

XKCD Infografik-Comic zeigt Erderwärmung über die Jahrtausende

Da hat sich Randall Munroe mal wieder ins Zeug gelegt, um seinen Leser mit Historie und Fakten zu unterhalten und gleichzeitig auf den drohenden Klimakollaps hinzuweisen. In einer seeehr langen Infografik, die die durchschnittliche globale Temperaturentwicklung abbildet, vermittelt er ein Gefühl für die zeitlichen Abläufe und zeigt, wie extrem abnorm die derzeitige Entwicklung ist.

xkcd_global-warming

Star Trek – Das erste halbe Jahrhundert

Heute vor 50 Jahren, am 08. September 1966, wurde die erste Folge von Star Trek in den USA ausgestrahlt. In unruhigen Zeiten des kalten Krieges und des Vietnamkrieges, sowie generell großer gesellschaftlicher Umbrüche erschien diese Serie auf den Bildschirmen, die den Menschen von einer Welt im 22. Jahrhundert erzählte, in der die Völker der Erde in Eintracht mit etlichen anderen außerirdischen Zivilisationen zu den Sternen aufbrachen, um Neues zu entdecken und in der es gewagt wurde, den ersten Kuss zwischen Schwarz und Weiß ins TV zu bringen. Natürlich gab es auch hier immer wieder Konflikte, besonders mit den Klingonen, die symbolisch für die Sowjets standen und diese Auseinandersetzungen waren oft kämpferischer Art aber eben nicht immer.

Mein erster echter Kontakt mit Star Trek muss um 1988 gewesen sein und ich war ca. 11 Jahre alt. Mein Einstieg war aber nicht die Originalserie, sondern der Nachfolger „The Next Generation“, wobei der deutsche Titel „Das nächste Jahrhundert“ zwar korrekt aber irgendwie plump war. Zu dieser Zeit, liebe Kinder, musste man, wenn man eine aktuelle Serie außerhalb des Fernsehprogramms sehen wollte, noch das Haus verlassen und einen Ort namens Videothek aufsuchen, der immer etwas nach staubigen Büroteppich und kaltem Kaffee roch, um dort nummerierte Plastikschlüssel-Anhänger von Regalen voller bunter Plastikhüllen zu nehmen, um sie einem mehr oder weniger motiviertem Mitarbeiter an der Theke im Austausch gegen buchgroße Plastikkassetten mit Magnetbändern drin zu übergeben.

So kam ich in den Genuss die ersten Folgen dieser neuen Serie zu sehen und war angefixt für den Rest meines Lebens. Auch wenn sich TNG erst etwas lahmarschig entwickelte wurde es spätestens ab der dritten Staffel die Serie, an der sich andere SF-Serien (auch aus dem selben Universum) lange messen lassen mussten. Für mich waren nicht nur die Geschichten interessant, sondern auch meine ästhetische Prägung, was Interior- und Grafikdesign anging wurde nachhaltig von den Star Trek Serien beeinflusst.

Anlässlich dieses Jubiläums habe ich hier ein paar Links zusammengestellt, die in letzter Zeit durch meine Feed-Timeline kamen. Weiterlesen

„PAGE“-Abo gekündigt

Es tut mir fast schon ein bisschen leid, dass ich das Abo für die einzige Fachzeitschrift, die ich jemals abonniert hatte, gekündigt habe. Als Mediengestalter ist es nach wie vor neben der Novum eine der Zeitschriften, die man wenigstens mal durchgeguckt haben sollte, wenn man auf dem Laufenden bleiben will, wenn es um Medienproduktion geht.

Ich habe jetzt aber 15 Pappschuber mit den Ausgaben der letzten 15 Jahre hier stehen und da ich mich schlecht von Dingen trennen kann, für die ich mal Geld bezahlt habe, nehmen diese natürlich auch mindestens vier Regalreihen ein. Dazu kommt, dass ich mit der Zeit, besonders in den letzten Monaten, immer seltener dazu gekommen bin überhaupt mal in die Ausgaben reinzuschauen, die regelmäßig in meinem Briefkasten landeten und mich immer wieder daran erinnerten, dass ja wieder ein Monat rum ist und die letzte Ausgabe noch ungelesen auf dem Wohnzimmertisch lag. Daher musste ich jetzt die Reißleine ziehen und mein Abo kündigen.

Damit schließe ich aber nun auch ein Kapitel in meinem Leben, in dem ich mich hauptsächlich über die Profession als Grafiker/Mediengestalter in einer Werbeagenturenwelt definiert habe. Mittlerweile hat sich mein Tätigkeitsfeld etwas verlagert und auch das ist mit ein Grund, warum ich auf das Abo verzichten kann.

Nun: Bevor ich jetzt noch sentimental werde, habe ich jetzt mal meine erste PAGE und die aktuelle PAGE nebeneinander gelegt und unter gestalterischen wie thematischen Merkmalen verglichen:

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Die linke Ausgabe ist Februar 2001 die rechte ist die von August 2016. Untertitel der alten PAGE, „Digitale Gestaltung & Medienproduktion“, bei dem aktuellen Heft, „Design > Code > Business >> Das Magazin der Kreativbranche“. Also schon was selbstbewusster, wie ich finde. Das Logo wurde irgendwann mal ein wenig abgeändert.

Preis damals 12,- DM, heute 9,95 €. Das kann sich jetzt ausrechnen, wer will.

Beim Titelthema 2001 geht es um Fusionen und Börsengänge in der Design- und Werbebranche, ein Thema, dass in der damals gerade heißlaufenden New Economy natürlich ernsthaft besprochen wurde. Heute fast nicht mehr vorstellbar, dass es das Ziel einer Agentur sein könnte an der Börse zu sein.

Der Titel 08/2016: Mach dein Ding (Side projects starten neben dem kreativen Alltagsgeschäft). Das zeigt, wo die Kreativszene heute steht. Komplette Individualisierung der Medienschaffenden, die sich mittlerweile interdisziplinär auf verschiedenen Feldern bewegen und auch verschiedene Rollen einnehmen können, aber oftmals auch einfach müssen, um über die Runden zu kommen.

Auch exemplarisch gut zu sehen, dass man heute vorzugsweise lieber mit Fotomaterial arbeitet, als mit eher unpersönlichen Vektorgrafiken.

Weitere Themen der 15 Jahre alten Ausgaben sind:
Profi-Tipps für Web & Print – Von Flash bis XPress: Know-how und Kniffe für kreative Publisher. Nun, weder Flash noch Xpress spielen heute noch eine große Rolle in diesem von Adobe beherrschten Markt.

Auch sehr schön: Illustrator-Workshop – Step by Step: Wie sich komplexe Verläufe einfach erstellen lassen. Ja, da höre ich doch die Zukunft.

Man muss sagen, dass sich auch das innere Layout von damals (auf dem Bild oben) gut gehalten hat. Es wirkt immer noch harmonisch und stimmig.

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Mittlerweile hat man aber auf ein breiteres Spaltenmaß und generell einem Satzspiegel gesetzt, der auch mehr entspannten Weißraum zulässt. Die Fließtextschrift war früher eine serifenlose Linear-Antiqua, heute setzt man auf die Serifenschrift FF Quadraat.

Interessant zu sehen im hinteren Teil der 2001er Ausgabe ist auch, wieviele Stellenanzeigen dort zu finden sind. Auf insgesamt acht Seiten bieten 19 Agenturen von Hamburg bis München Positionen als Art-Director, Grafiker oder Web-Designer an. In der aktuellen Ausgabe gibt es genau eine Seite mit zwei Anzeigen, von der eine sozusagen in eigener Sache ist (PAGE sucht einen Redakteur) und die andere Werbung für den Stellenmarkt der w&v. Auch eine Sache, die in den letzte 15 Jahren komplett ins Netz abgewandert ist.

So intensiv habe ich mich schon lange nicht mehr mit der PAGE auseinandergesetzt und die Frage bleibt, was ich jetzt mit den gesammelten Werken machen soll. Wenn wir mal umziehen sollten, könnte ich auf den Ballast gut verzichten. Andererseits ist das ja auch dokumentierte Zeitgeschichte einer Ära, in der die Digitalisierung einiges in der Branche umgerissen hat. Wo wir gerade bei Digitalisierung sind: Mit ein Grund, warum ich auch gut auf die Zeitschrift verzichten kann ist ja auch der Zugang zu genau den Themen im Internet. Und das ist die Tragik an der Sache, dass ein gut gemachtes Magazin nicht mehr mit der Informationsdichte des Netzes mithalten kann. Was sie können ist natürlich, das Wichtige herauszufiltern.

So halte ich etwas wehmütig die für mich letzte Ausgabe in den Händen und wünsche der PAGE weiterhin alles Gute. Wir sehen uns im Bahnhofskiosk.

Eine Zeitreise durch alte Poskarten und 3D-Rendering

Für das Projekt „The Old New World“ hat Alexey Zakharov Fotovorlagen mit Ansichten aus den USA des frühen zwanzigsten Jahrhunderts genommen und diesen räumliche Dimensionen gegeben und so zum Leben erweckt. Das Ganze ist eingebettet in eine steampunkartige Zeitmaschinen-Animation. Schöne Arbeit, zu der man sich die Details auf Zakharovs Behance-Projektseite anschauen kann.

„The Old New World“ (Photo-based animation project) from seccovan on Vimeo.

PollerWiesen – Die Doku zur Party

Zur Einstimmung auf die Open-Air-Saison 2016, die unmittelbar bevorsteht, poste ich hier mal die Doku zur PollerWiesen, der Open-Air-Institution aus Köln, die nun schon 23 Jahre lang an Rhein und mittlerweile auch Ruhr tanzwillige Menschen mit elektronischer Musik beschallt.

Im Film von Achim Rütt, der von 1995 an dabei war, geben die Veranstalter und Wegbegleiter Einblick in die Anfänge des umsonst-und-draußen Konzeptes der Party. Sie erzählen von den unschuldigen Jahren in der Illegalität, über das enorme Wachstum, welches mehr oder weniger zwangsläufig zu Professionalisierung, Kommerzialisierung und Diversifizierung führen musste, ohne die die PollerWiesen sonst wohl nicht mehr existieren würde.

Aber sie ist noch da und mittlerweile ein Stück rheinischen Kulturgutes, ohne das was fehlen würde. Auf ein sonniges Jahr 2016. Man sieht sich im Jugendpark!

(via FAZEmag)

The Nerdwriter blickt zurück auf Ren & Stimpy

Die Ren & Stimpy-Show war wohl mit Abstand eine der außergewöhnlichsten und gewöhnungsbedürftigsten Zeichentrickserien der 90er Jahre. Grund genug für ‚The Nerdwriter‚ in seiner Video-Essayreihe einen kurzen Blick auf die Entstehung und Auswirkungen dieser Serie, sowie auf John Kricfalusis Ambitionen zu werfen.

(via Laughing Squid)

Teenager sehen Windows 95 zum ersten Mal

Ich gehe ja jetzt sehr schnell auf die 40 zu und normalerweise kann man sich ja auch das Altern schönreden (es hat ja auch seine Vorteile), aber solche Videos zeigen mir dann doch eiskalt, wie alt ich bin. Ich meine, die Kinder können ja nichts dafür, dass sie mit solch extrem raffinierter Technik aufwachsen und nicht mit wobbeligen Floppydisks und komischen Geräuschen aus Blechkisten, die im Grunde gar nichts konnten außer Fehlermeldungen anzeigen. Schön zu sehen, wie sich diese Millenials, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick, in das Leid meiner Generation einfühlen können.

(via digital trends)