8 Tage in Japan – Reisebericht und Tipps (5)

Hier Teil 1, Teil 2Teil 3 und Teil 4

Shinkansen

Meine Abreise aus Osaka stand bevor. Daher hatte ich mir am Vortag ein Ticket für den Shinkansen geholt, damit ich auch standesgemäß nach Tokio düsen konnte. Die Shinkansen Züge der Japan Railway fahren in Osaka an einem eigenen Bahnhof nördlich der Innenstadt in Shin-Osaka ab.

Das Ticket kostete in etwa 120 €, dafür hatte mich auch genug Platz für mich und meinen Koffer. Einige der Platzreihen ließen sich sogar drehen, so dass man zu viert zusammensitzen konnte. Aber soviel war auf dieser Fahrt gar nicht los, dass das jemand hätte machen wollen.

Die Fahrt dauert in etwa 150 Minuten und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 bis 230 km/h. Genug Zeit um ein paar Reiscracker zu futtern und mit einem Felix-Kröcher-Mix auf den Ohren die vorbei rasende Landschaft zu begutachten. Nicht unbedingt eine pittoreske Angelegenheit auf dieser Strecke, aber man bekommt einen Eindruck davon, wie dicht besiedelt dieser Teil Japans ist.

Generell ist das eine sehr industriell geprägte Landschaft, aber wenn man das erste Mal diese Strecke fährt, gibt das ja auch Aufschluss darüber, wie die Japaner im Bereich Infrastruktur und Stadtplanung so ticken und sowas interessiert mich ja schon.

Tokio

Auf jeden Fall wuchs die Vorfreude auf Tokio. Einer der Orte, die ich immer mal besuchen wollte und nun trennten mich nur noch wenige Minuten von der Ankunft in dieser Stadt, die wie keine zweite in meinem popkulturellen Gedächtnis einen besonderen Platz hat. Nachdem ich nun durch Osaka schon einen gewissen Eindruck von japanischen Großstädten hatte, dachte ich aber auch, das ich jetzt gut vorbereitet wäre. Oh, wie naiv von mir.

Als ich dann endlich im Hauptbahnhof Tokios stand, musste ich erstens realisieren, dass das wirklich gerade passiert und zweitens schauen, wie ich denn mit der U-Bahn irgendwie in die Nähe meines Hotels kam, welches nicht weit vom Tokio Tower entfernt war. Aber da ich mich ja in einem hochzivilisierten Land befand, war der Ticketkauf und die Orientierung anhand eines Plans schnell erledigt.

Das Hotel selbst überzeugte mich jetzt nicht so wie das hübsche Hotel in Osaka, aber es tat seinen Dienst als Abladefläche und Schlafplatz. Daher machte ich mich nach dem Check-In auch direkt wieder auf, um diesen wahnsinnigen Megalopole zu erkunden. Erster Tagesordnungspunkt natürlich die große Kreuzung in Shibuya!

Zu Spitzenzeiten überqueren bis zu 15.000 Menschen pro Ampelphase (!) diese Kreuzung, ich glaube aber in meinem Video waren es ein paar weniger; war ja auch erst Nachmittag.

Da ich selber noch nicht viel gegessen hatte, überquerte ich selber diese wuselige Kreuzung und schaute nach einer Möglichkeit was leckeres zu Essen zu finden. Dank meines mobilen Routers konnte ich wenigstens nachsehen, was es um mich herum denn so gab. Und so führte mich der Weg zur Uogashi Nihon-Ichi Standing Sushi Bar. Eine kleiner Laden mit einer langen Theke nach hinten durch und gekühlt hinter den Glasscheiben frisch aufgeschnittener Fisch, bereit auf Reis gelegt oder eben auch nur so verzehrt zu werden. Den Thunfisch gab es direkt in mehreren Qualitäts- und Preisstufen. Sehr praktisch an diesen Stehplätzen waren die an jedem Platz vorhandenen Grünteepulver-Dosen und ein Wasserspender für heißes Wasser. Ich nahm aber doch lieber ein Asahi-Bier.

Nach dem sehr delikaten Sushi u.a. mit flambiertem Oktopus (geiles Grillaroma) war ich weiterhin im Erforschermodus, also verließ ich die vollen und laut beschallten Straßen von Shibuya und ging Richtung Norden zum Yoyogi-Park. Hier waren nur noch wenige Menschen, jedoch zeigten sich hier auch schon die ersten Kirschblüten. Es war mittlerweile schon um fast 18.00 Uhr und langsam wurde es dämmrig und auch etwas feuchtkalt. Daher beschloss ich zur nächsten Bahnstation zu gehen und wenigstens für den Abend noch einen Blick auf Shinjuku, dem eigentlichen Zentrum Tokios, zu werfen.

Der Weg zu der Sangubashi Bahnhaltestelle westlich des Yoyogi-Parks führte mich durch eine kleine Straße, wie es sie an manchen Stellen in Tokio immer wieder gibt und die so sehr im Kontrast zu den Wolkenkratzern, breiten Straßen und Fußgängerzonen auf mehreren Ebenen über der Straße stehen. Aber ein 7Eleven ist auch hier immer in der Nähe.

So schaffte ich es auf jeden Fall an diesem Abend noch bis ins Zentrum der japanischen Hauptstadt, bevor mich der verdrängte Jetlag einholte. Ich musste auf jeden Fall für den nächsten Tag ausgeruht sein. Mir standen einige Stunden Busfahrt zum Fujiyama bevor. Von heiligen Vulkanen, Nationalparks und dem Nachtleben Tokios mehr im nächsten Posting.

Ein Gedanke zu „8 Tage in Japan – Reisebericht und Tipps (5)

Kommentar verfassen