8 Tage in Japan – Reisebericht und Tipps (3)

Zum zweiten Teil geht es hier

Gut ausgeschlafen und viel zu früh wach (ca. 7.00 Uhr) war ich bereit für mein erstes Frühstück. In meiner unendlichen Naivität hatte ich mich beim einchecken für ein „westliches“ Frühstück entschieden. Eine geradezu ignorante Entscheidung als ich sah, was sich mir offenbarte.

Von links oben: Grapefruitspalte und Erdbeere, Thunfisch Dim-Sum, Gekochtes Schweinefleisch mit Senf, Blattsalat, eingelegter Rotkohl, Püree (u.a. mit Kartoffel)

Das westliche daran waren übrigens die beiden unnützen Scheiben Baguette. In den beiden folgenden Tagen nahm ich stattdessen immer eine große Portion Reis dazu.

Derart reichhaltig gestärkt nahm ich mir das offensichtlichste touristische Ziel der Stadt vor.

Osaka Castle

Die Festungsanlage des Osaka Castle ist über 500 Jahre alt und befindet sich südöstlich des Zentrums. Die Burg selber hingegen ist, wenn man es genau nimmt, gerade mal 20 Jahre alt und eine als Pagodenprachtbau verkleidete Betonrekonstruktion des ursprünglichen geschichtsträchtigen Gebäudes. Mit dem Kansai Thru Pass kostete der Eintritt 500 ¥ statt 600 ¥ und dafür bekam man im Inneren des modern ausgebauten Schlosses allerlei historische Artefakte, Katanas und Samurai-Rüstungen zu sehen und Dioramen-Schaukästen präsentierten mit animierten Erzählung die Geschichte des Schlosses.

Am meisten konnte ich mich auf dem Gelände des Schlosses eigentlich nur für das Süßwarenangebot begeistern. Grüntee/Matcha in allen Variationen; als Milchshake, Mochis, Waffeln und Softeis etc. Ich nahm das Eis.

Die perfekte Mischung aus Grüntee und Soft-Eis

Dōtonbori tagsüber…

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte der Stadt zog es mich in den weiter südlich gelegenen Stadtteil Dōtonbori. Im Gegensatz zum nördlich gelegenen Stadtzentrum Umeda ist hier das Vergnügungsviertel und eine große Dichte an Restaurants, die sich um den alten Dōton-Kanal versammeln. Besondere aufällig sind hier die Restaurants der Kani Doraku-Kette, welche eine riesige mechanische Krabbe als Markenzeichen über ihren Geschäften haben. Ebenso sieht man an verschiedenen Stellen auch große Oktopusfiguren an den Wänden, die auf den Verkauf der regionalen Spezialität Takoyaki, frittierte Teigbällchen mit Oktopus, hinweisen.

Ein japanisches Sprichwort sagt:

Kleide dich in Kimonos in Kyoto bis zum umfallen und esse in Osaka bis zum umfallen.

Da ich nicht in Kyoto war blieb mir nur das Essen und so nahm ich zur Mittagszeit in einem schäbig aussehendem Straßenimbiss eine fantastische Udon-Nudelsuppe mit einer extra Portion geröstetem Schweinefleisch zu mir.

Im Anschluss machte ich noch eine kleine Tour durch das schachbrettartige Straßenraster nördlich von Dōtonbori. Die Eigenheiten der örtlichen Architektur habe ich im Bild festgehalten.

Da es mittlerweile Nachmittag war holte mich der Jetlag ein und ich machte mich auf den Weg ins Hotel, um noch ein bisschen die Füße hochzulegen.

… und Dōtonbori nachts.

Als ich wieder wach wurde war es bereits dunkel, was aber nur bedeutete, dass es nach 18.00 Uhr sein musste. Und es hatte geregnet, was mich darauf hoffen ließ ein paar Blade-Runner-esque Fotos schießen zu können.

Daher machte ich mich wieder auf nach Dōtonbori und erkundete die Straßen und Gassen, die nun in das Licht tausender Leuchtreklamen getaucht waren.

Bei der Gelegenheit nahm ich auch noch ein kleines Abendessen ein, eben jene Takoyaki, die mit einer undefinierbaren klaren ölartigen Sauce serviert wurden, deren Funktion mir bis heute unklar ist. Schmeckte aber alles in allem ganz gut und der halbe Liter Bier dazu machte die ganze Sache rund.

Ebenso fand ich noch ein paar hübsche Exemplare der bereits erwähnten Kunststoff-Menüs, die in den Fenstern der Restaurants das Angebot anpreisen.

Zum Abschluss des Abends suchte ich noch die Moonshine Bar auf, welche u.a. bei Tripadvisor weit oben in der Liste der Cocktailbars stand. Der Inhaber war ein entspannter Amerikaner namens Brian, der mir u.a. Shōchū, einen hochprozentigen Wein aus Süßkartoffeln ähnlich Sake, servierte und mir noch Tipps für Ausflüge gab. Wenn ich noch einen Tag Zeit hätte sollte ich mir entweder Kyoto anschauen, oder nach Nara fahren. Beides war mit meinem Kansai Thru Pass ohne weitere Kosten möglich.

Im nächsten Teil gibt es die ersten Kirschblüten, tausend rote Tore und ein schönes Mittagessen hoch über Kyoto, sowie Osakas Zentrum; auch von oben.

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