3D-Druck Entwicklungen

Während die 3D-Druck-Technologie sich auf den Weg aus den Kinderschuhen Richtung industrieller sowie privater Einsatzfähigkeit macht, stellen sich zunehmend auch Fragen zu den Konsequenzen der zukünftigen Allgegenwärtigkeit der daraus entstehenden Produkte.

Im Prinzip sieht es doch so aus, dass eine Menge nützlicher Kunststoffobjekte produziert werden, die jedoch aufgrund der Möglichkeit, sich jederzeit etwas Besseres und Neueres zu drucken, schnell zu dem potentiellen Plastikschrott von morgen werden. Die Aussicht auf schnellen Ersatz eines Objektes könnte die allgemeine Wegwerfmentalität auf eine neue Ebene tragen.

Daher ist es gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich bereits im Vorfeld über die Nachhaltigkeit der Materialien 3D-gedruckter Objekte Gedanken machen und darüber hinaus auch neue Wege gehen. Im folgenden drei Projekte, die im Sinne einer höheren Umweltverträglichkeit bzw. eines funktionalen Mehrwertes dieser Technologie arbeiten.

Filabot: Nachhaltigkeit durch Recycling

Filabot Prototyp

Wie bei regulären Druckern, ist die Anschaffung des eigentlichen Gerätes meist nicht der treibende Kostenfaktor, mehr der konstante Bedarf an Verbrauchsmaterial. Eine Rolle der zum 3D-Druck benötigten Plastikfasern, oder auch Filamente genannt, liegt bei einem Kilopreis von etwa 40 €. Wenn man größere Produktionen plant, kann das schon ins Geld gehen und besonders ärgerlich ist es, wenn man auch noch Fehldrucke produziert. Damit man diesen Kostenfaktor minimieren könnte, wäre es sinnvoll solche nicht verwendbaren Drucke oder auch andere Kunststoffprodukte in neues Material umzuwandeln. Das dachte sich auch der Student Tyler McNaney, der 2011 eine Kickstarter-Kampagne vorstellte, um ein Gerät namens Filabot zu bauen, welches Plastikreste einschmelzt und durch Extrusion der Masse neue Filamente daraus herstellte. Die Aktion lief bis Januar 2012 und holte statt den 10.000 $ über 32.000 $ von den Unterstützern zusammen. Zur Zeit befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase und hat offenbar die Marktreife noch nicht erlangt. Über die weitere Entwicklung des Filabot kann man sich auf der Homepage filabot.com des Unternehmens informieren.

Emerging Objects: Neue Wege durch neue Materialien

Die Design- und Forschungsagentur ‚emerging objects‚ entwickelt mit Hilfe der 3D-Druck Technologie Objekte für den Bereich Architektur und Interior Design. Da man in diesem Bereich nicht für jede gestalterische Fragestellung ein einfaches Plastikobjekt als Lösung anbieten kann, arbeitet man hier an der Erweiterung der zur Verfügung stehenden Materialienpalette. Die Bandbreite der auf der Seite vorgestellten Objekte geht von  funktionalen Fassadenelementen aus Holz und Zement über biomorphe Sitzbänke aus Beton-Polymer-Gittern bis hin zu abstrakten Gegenständen aus Nylon und Salz.

3D-Print aus Holz

Forschung und die Freude am Experiment mit dieser neuen Technologie, wie es ‚emerging objects‘ zeigt, sind richtungsweisend für das Aussehen unserer zukünftigen Architektur und maßgeblich entscheidend für die Umweltverträglichkeit neuer Produkte.

The sugar lab: Spezialisierung als Chance

Weniger ein Weg der Nachhaltigkeit (besonders für die Zähne und Taillenumfang), als eine interessante Richtung der Nahrungsmittelproduktion, schlägt ‚the sugar lab‚ ein. Ein Architektenpaar aus Los Angeles produziert aus Zucker kleine Ornamente, die ohne 3D-Druck wohl kaum denkbar wären. Die beiden bieten ihre Kompetenz im Zuckerdruck nun an, um Auftragsarbeiten für Dekorationen auf Kuchen nach Wünschen des Kunden zu erstellen. Dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Vom Cupcaketopping bis zum Kronleuchter scheint alles möglich zu sein.

Insgesamt entwickelt sich hier mittlerweile eine aktive und kreative Szene, die vorgibt, in welche Richtung die Reise geht. 3D-Druck ist keine von oben gesteuerte industrielle Produktion. Die hochgradige Individualisierung und persönliche Anpassbarkeit von Gebrauchsgegenständen wird eine der zukünftigen treibenden Kräfte in unserem Umgang mit Konsumgütern sein und es für die alten Produzenten immer schwerer machen allgemeinverbindliche Trends auszumachen oder auf diese zu reagieren. Die Seite Freedom of Creation zeigt bereits jetzt schon, was möglich und käuflich ist.

Man kann diese Entwicklungen auch noch in andere Richtungen weiterdenken, wenn man die Erfolge in der Replikation von körpereigenen Geweben, wie Knorpel oder ganzen Ohren denkt. Was sollte Menschen davon abhalten sich Elfenohren anfertigen zu lassen und diese im Body Enhancement Shop ihres Vertrauens annähen zu lassen?

Wir gehen interessanten Zeiten entgegen.

 

 

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